Nach Rücktritt

»Ich brauchte ihn!«: Teamchef Jesus trauert Ronaldo nach

von
Bei Al-Nassr noch Seite an Seite: Jorge Jesus und Cristiano Ronaldo – doch inzwischen ist das Verhältnis zwischen dem Portugal-Trainer und Superstar schwer belastet.
© APA/AFP/WUN SUEN
Er wollte ihn nicht verlieren – doch Cristiano Ronaldo (41) ließ sich offenbar nicht mehr halten! Nach dem spektakulären Rücktritt des portugiesischen Superstars meldet sich jetzt Teamchef Jorge Jesus (72) zu Wort.
OE24 auf Google bevorzugen

Und seine Aussagen haben es in sich: "Ich habe ihn gebeten, weiterzumachen. Ich brauchte ihn an meiner Seite", verriet der Coach dem portugiesischen Sender Canal 11. Ein bemerkenswertes Geständnis nach dem heftigen Zoff, der das Verhältnis der beiden erschüttert hatte.

Dabei schien das Ende längst besiegelt. Zur Erinnerung: Bei den vergangenen Nations-League-Spielen degradierte Jesus seinen Kapitän gleich zweimal zum Bankdrücker. Für Ronaldo, der es gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen, ein bitterer Rückschlag. Als er auch gegen Dänemark nicht in der Startelf stehen sollte, zog CR7 die Reißleine: Der Superstar verließ mitten in der Nacht das portugiesische Teamquartier in Kopenhagen und flog nach Madrid. Ein Abgang, der für mächtig Wirbel sorgte.

Danach flogen die Fetzen. Ronaldo erhob Vorwürfe gegen seinen Trainer, mit dem er zuvor bei Al-Nassr in Saudi-Arabien zusammengearbeitet hatte. Zwar entschuldigte sich der 41-Jährige später, auch Verbandspräsident Pedro Proença versuchte zu schlichten. Doch das Verhältnis blieb belastet. Nun ist aus dem Streit ein endgültiger Abschied geworden.

»Das ist alles seine Entscheidung«

In einem emotionalen Instagram-Video machte Ronaldo seinen Rücktritt öffentlich. Nach 23 Jahren im Nationalteam, 234 Länderspielen, 146 Treffern und dem Europameistertitel 2016 ist Schluss. Eine Bilanz, die für sich spricht – und eine Lücke hinterlässt, die Portugal nicht so schnell schließen wird.

Jesus gibt sich nach außen gefasst. "Das ist alles seine Entscheidung", betonte er. Er müsse sie akzeptieren, auch wenn er sich ein anderes Ende gewünscht hätte. Immerhin: Vergessen will er seinen ehemaligen Kapitän nicht. Im Auditorium ließ der Teamchef ein großes Ronaldo-Bild aufhängen. Die jungen Spieler sollen den Superstar weiterhin als Vorbild vor Augen haben.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden