Auto-Krise

Kahlschlag bei BMW: 8.000 Jobs wackeln und Kult-Modelle fliegen raus

Das BMW-Hochhaus mit großem BMW-Logo in München, teilweise von Gebäudeteilen verdeckt.
© EPA
Der Münchner Autokonzern BMW verschärft seinen Sparkurs dramatisch und baut Führungspositionen massiv ab. Neben dem Abbau von weltweit rund 8.000 Stellen fallen auch beliebte Modellreihen wie der Z4 und der 2er Active Tourer dem Rotstift zum Opfer.
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Die Chefetagen bei BMW stehen vor tiefgreifenden Einschnitten. Wie der bayerische Autobauer anlässlich seines Capital Market Day offiziell bekannt gab, soll jede fünfte Management-Position bis Mitte 2027 ersatzlos gestrichen werden. Auch die direkt darunterliegenden Führungsebenen sind von einem personellen Aderlass in vergleichbarer Größenordnung betroffen.

Das Management betont in diesem Zusammenhang, dass diese Maßnahmen nicht zu den bereits bekannten Plänen hinzukommen:

  • 8.000 Stellen weltweit: Der geplante Abbau der Führungsposten ist fester Bestandteil des bereits verkündeten Gesamtstellenabbaus.
  • Mitarbeiterstand im Sinkflug: Ende 2024 beschäftigte BMW weltweit noch 159.104 Mitarbeiter (ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr), Ende 2025 waren es noch 154.540 Beschäftigte.
  • Keine Ausnahme mehr: Während sich die Münchner im Vergleich zu anderen deutschen Autokonzernen lange Zeit beim Personalabbau zurückgehalten hatten, zwingt die aktuelle Marktlage nun zum rigorosen Umsteuern.

Gewinneinbruch zwingt Konzernspitze zum Handeln

Hintergrund des harten Sparkurses ist eine dramatische Talfahrt bei den Ertragszahlen. Im ersten Halbjahr 2026 brach das operative Ergebnis im automobilen Kerngeschäft um bittere 45,6 Prozent auf nur noch knapp zwei Milliarden Euro ein. Die operative EBIT-Marge sackte im selben Zeitraum von soliden 6,2 Prozent auf magere 3,6 Prozent ab.

BMW-Konzernchef Milan Nedeljković begründete die schmerzhaften Schritte mit dem notwendigen Umbau der Kostenstruktur: "Unser globales Geschäftsmodell bleibt die Grundlage unseres Erfolgs. Gleichzeitig stellen wir unsere Strukturen und unsere Kostenbasis wettbewerbsfähiger auf." Um im weltweiten Wettbewerb gegen die erstarkende Konkurrenz zu bestehen, müsse der Konzern agiler und schlanker werden.

Radikales Aus für Z4 und 2er Active Tourer

Neben dem Personal greift der Rotstift nun auch direkt in den Schauräumen der Händler ein. BMW dünnt das Portfolio konsequent aus und verringert die Variantenvielfalt spürbar. Fahrzeuge, die sich auf lange Sicht wirtschaftlich nicht mehr ausreichend rentieren, werden ohne Gnade eingestellt:

  • BMW Z4: Der traditionsreiche Roadster läuft endgültig aus und erhält keinen Nachfolger mehr.
  • BMW 2er Active Tourer: Auch der kompakte Familien-Van wird nach dem Ende des aktuellen Modellzyklus ersatzlos gestrichen.
  • Fokus auf Ertragsperlen: Künftig fließen Investitionen nur noch in Baureihen, die nachhaltig hohe Gewinne abwerfen.

Parallel dazu plant der Autobauer gezielte Modell-Offensiven in profitablen Nischen. Bereits für 2027 kündigte BMW das erste Fahrzeug der neu integrierten Luxusmarke BMW Alpina an. Für den lukrativen US-Markt prüft der Konzern derzeit ein riesiges Luxus-SUV oberhalb des X7. Kunden in Europa dürfen sich für 2028 auf ein neu entwickeltes, vollelektrisches Kompaktmodell freuen.

Künstliche Intelligenz soll die Rendite retten

Um Prozesse massiv zu beschleunigen und Kosten zu senken, setzt BMW in Zukunft verstärkt auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Moderne Algorithmen sollen Routineaufgaben in der Verwaltung automatisieren, langwierige Entwicklungsprozesse verkürzen und Entscheidungswege im Unternehmen straffen.

Mit diesem Gesamtpaket will das Management die Rentabilität schrittweise wieder auf das gewohnte Niveau hieven. Für das Jahr 2028 peilt BMW im Autogeschäft eine EBIT-Marge zwischen drei und fünf Prozent an. Zu Beginn der 2030er Jahre soll die operative Rendite schließlich wieder bei stolzen acht bis zehn Prozent liegen.

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