Anna Prohaska begeisterte ihre Fans im Wiener Musikverein mit „Lachrimae“.
Jung, groß, schlank und schön: Anna Prohaska, die schwarzgelockte Koloratursopranistin mit den Modelmaßen, entstammt einer Wiener Musikerfamilie, ist bei Barenboim an der Berliner Staatsoper engagiert, hat bei den Salzburger Festspielen in Mozart-Opern und mit Bergs Lulu-Suite unter Boulez für Furore gesorgt, war Harnoncourts Marzelline in Beethovens Fidelio und hat soeben im Theater an der Wien als Anne Trulove in Strawinskys The Rake’s Progress begeistert.
Jubel
Am Sonntag gastierte die musikalische Senkrechtstarterin mit ihrem jüngsten Liedprogramm im Musikverein. Lachrimae versammelt barocke Meisterstücke, die vom Shakespeare-Zeitgenossen John Dowland bis Henry Purcell, von Claudio Monteverdi bis Francesco Cavalli und Barbara Strozzi reichen. Begleitet von einem exquisiten Alte-Musik-Ensemble unter dem russischen Violinvirtuosen Ilia Korol, verzauberte Anna Prohaska mit ihrem ganz hohen, glasklaren, erotischen Sopran. – Jubel.
(Elisabeth Hirschmann)
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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