Zidane-Dämpfer
1:1 - Frankreich stolpert gegen Italien
Schon vor dem Anpfiff war im Stade de France Gänsehaut angesagt! 80.000 Fans begrüßten Zinedine Zidane bei seiner großen Heimkehr frenetisch – diesmal nicht als genialen Spielmacher, sondern in seiner neuen Rolle als Frankreichs Teamchef. Dabei hätte die Bühne kaum brisanter sein können: Mit Italien stand ausgerechnet jener Gegner auf der anderen Seite, gegen den "Zizou" vor genau 20 Jahren im WM-Finale 2006 seine Karriere im Nationalteam auf dramatische Weise beendet hatte. Unvergessen: Sein Kopfstoß gegen Marco Materazzi, der ihm die Rote Karte und einen der spektakulärsten Abgänge der Fußballgeschichte einbrachte.
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Zwei Jahrzehnte später war davon vor allem eines geblieben: Die ungebrochene Verehrung für Frankreichs legendäre Nummer 10. Doch nach dem emotionalen Empfang richteten sich alle Blicke wieder auf den Rasen – wo der Fußball die nächste Geschichte schreiben sollte. Und so legte Frankreich gleich den Vorwärtsgang ein! Die Équipe Tricolore riss den Ballbesitz an sich und setzte Italien mit aggressivem Pressing tief in der eigenen Hälfte unter Druck. Doch die erste dicke Chance gehörte den Gästen: Esposito brachte den Ball von der rechten Grundlinie scharf an den zweiten Pfosten, wo Kean völlig frei aus rund vier Metern zum Abschluss kam – und die Kugel tatsächlich nicht im Tor unterbrachte (9.)!
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Frankreich spielt - Italien schießt
Frankreich ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen, diktierte weiter das Tempo und suchte nach Lücken in der kompakten italienischen Abwehr. Dann sorgte Olise für Schnappatmung: Der nach Mbappés Ausfall besonders gefragte Offensivmann wollte von links flanken, traf den Ball aber nicht richtig. Die missglückte Hereingabe wurde dennoch zur brandgefährlichen Bogenlampe, segelte über den Keeper hinweg und klatschte an die Querlatte! Upamecano lauerte im Zentrum bereits auf die Flanke, kam aber nicht mehr an den Ball (24.)
Auch im weiteren Verlauf blieb Frankreich spielbestimmend, ließ den Ball gefällig durch die eigenen Reihen laufen und zeigte immer wieder seine spielerische Klasse. Doch während die Bleus optisch den Ton angaben, wurde Italien zunehmend frecher und setzte mit schnellen Vorstößen immer wieder gefährliche Nadelstiche. Für echte Torgefahr reichte es auf beiden Seiten trotz einiger guter Ansätze vor der Pause allerdings nicht mehr – so ging es nach einer unterhaltsamen Anfangsphase torlos in die Kabinen.
Olise zaubert & Paris staunt
Nach dem Seitenwechsel drehten die Bleus ordentlich auf und erhöhten den Druck auf das italienische Bollwerk. Frankreich fand nun immer häufiger die entscheidenden Lücken, doch zunächst biss sich die Équipe Tricolore an Donnarumma die Zähne aus: Erst scheiterten Doué und Dembélé (48.) am italienischen Schlussmann, ehe auch Olise (50.) mit einem gefühlvollen Schlenzer ins lange Eck seinen Meister im City-Goalie fand.
Doch in der 55. Minute war selbst Donnarumma machtlos. Bei einem Freistoß legte Herki den Ball halbrechts vor dem Strafraum mit der Sohle geschickt für Bayern-Star Olise ab, der nicht lange fackelte, Maß nahm und die Kugel aus knapp 20 Metern traumhaft über die Mauer zirkelte. Der herrliche Schlenzer klatschte an die Unterkante der Latte und sprang von dort direkt ins Netz – 1:0 für Frankreich (55.)!
Doch Italien ließ sich vom Rückstand nicht lange beeindrucken und schlug eiskalt zurück. Nach dem französischen Führungstreffer schien die Squadra Azzurra zunächst angeschlagen, doch ein kapitaler Fehlpass von Rabiot brachte die Wende. Bastoni schaltete blitzschnell, fing die Kugel ab und startete völlig frei Richtung französisches Tor. Vor dem Keeper behielt der Italiener die Nerven, blieb cool und schob souverän zum Ausgleich ein. Aus dem Nichts war Italien wieder da – 1:1 (68.)!
Bleus in Unterzahl und unter Druck
Damit war der Schlagabtausch endgültig eröffnet und das Stade de France kaum noch zu bremsen! Beide Teams suchten den Weg nach vorne, doch spätestens am Strafraum war meist Schluss. Die Abwehrreihen hielten dem Druck stand und ließen kaum klare Abschlüsse zu. Als dann auch noch Upamecano nach seiner zweiten Verwarnung mit Gelb-Rot vom Platz musste, schien die Ausgangslage plötzlich klar: Frankreich war nur noch zu zehnt – und Italien witterte seine Chance. Am Ende rettete Italien das Remis über die Zeit und belohnte sich für einen leidenschaftlichen Auftritt mit einem hart erkämpften, verdienten Punkt gegen Frankreich.
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