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Airfryer: Lohnt sich der Hype wirklich oder kann man sich das Geld sparen?
Kaum ein Küchengerät wurde in den vergangenen Jahren so sehr gehypt wie der Airfryer. Auf Social Media werden darin mittlerweile ganze Gerichte zubereitet: von knusprigen Kartoffelspalten über Lachs und Gemüse bis hin zu Kuchen und Frühstücksbrötchen. Das Versprechen klingt verlockend: weniger Fett, kürzere Garzeiten und unkompliziertes Kochen.
Doch bei Preisen von teilweise über 200 Euro stellt sich durchaus die Frage, ob man wirklich noch ein zusätzliches Küchengerät braucht. Schließlich kann der Backofen viele dieser Aufgaben ebenfalls übernehmen. Wir haben uns die Vor- und Nachteile angesehen.
Was kann ein Airfryer eigentlich?
Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt: Ein Airfryer frittiert nicht im klassischen Sinn. Technisch funktioniert das Gerät eher wie ein kleiner Umluftbackofen. Ein Heizelement erzeugt Hitze, während ein Ventilator die heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit um das Essen zirkulieren lässt.
Dadurch werden Lebensmittel außen knusprig und innen gar und das häufig mit deutlich weniger Öl als bei einer herkömmlichen Fritteuse. Je nach Modell kann man damit auch backen, grillen, rösten und Speisen aufwärmen.
Die Vorteile: Das spricht für einen Airfryer
1. Schneller kochen und weniger Strom verbrauchen
Einer der größten Vorteile ist die Zeitersparnis. Weil der Garraum deutlich kleiner als bei einem Backofen ist, muss weniger Luft erhitzt werden. Viele Geräte benötigen außerdem kaum oder gar keine Vorheizzeit.
Das kann sich auch beim Stromverbrauch bemerkbar machen. Ein aktueller Vergleich der britischen Verbraucherorganisation Which? vom Oktober 2026 zeigte, dass der Airfryer bei mehreren getesteten Gerichten teilweise weniger als die Hälfte der Energie eines herkömmlichen Backofens benötigte. Besonders bei kleineren Portionen kann sich das lohnen.
2. Knuspriges Essen mit weniger Öl
Pommes, Kartoffelspalten oder Gemüse müssen nicht in einem Topf voller Öl schwimmen, um knusprig zu werden. Für viele Gerichte reicht bereits eine kleine Menge Öl oder sogar ein leichter Sprühstoß.
Das kann die Fett- und Kalorienmenge im Vergleich zum klassischen Frittieren reduzieren. Allerdings macht der Airfryer nicht automatisch jedes Gericht gesund: Auch tiefgekühlte Fertigprodukte, Würstel oder panierte Snacks bleiben das, was sie sind – unabhängig davon, wie sie zubereitet werden.
3. Ideal für kleine Haushalte
Du kochst meistens nur für dich selbst oder für zwei Personen? Dann kann der Airfryer besonders praktisch sein. Statt für eine kleine Portion den großen Backofen einzuschalten, kannst du Gemüse, Kartoffeln oder Fisch direkt im Garkorb zubereiten.
Auch Reste vom Vortag lassen sich häufig schneller wieder aufwärmen als im Backofen oder in der Mikrowelle – vor allem, wenn sie ihre knusprige Konsistenz behalten sollen.
4. Weniger Aufwand beim Abwasch
Wer nach dem Kochen keine Lust auf einen Berg an Geschirr hat, dürfte diesen Punkt besonders schätzen. Bei vielen Modellen lassen sich Garkorb und Einsatz einfach herausnehmen und reinigen. Einige Teile sind sogar spülmaschinengeeignet.
Gerade im Vergleich zum klassischen Frittieren mit heißem Öl fällt außerdem weniger Fettspritzer und Reinigungsaufwand an.
Die Nachteile: Das spricht gegen den Kauf
1. Der Platzbedarf wird oft unterschätzt
Ein Airfryer ist kein kleines Küchengadget, das man nach jeder Verwendung problemlos in einer Schublade verstaut. Viele Modelle nehmen ordentlich Platz auf der Arbeitsfläche ein. Gerade in kleinen Küchen kann das schnell zum Problem werden.
Vor dem Kauf solltest du deshalb überlegen, wo das Gerät dauerhaft stehen soll. Schließlich bringt es wenig, wenn es nach den ersten zwei Wochen im Küchenschrank verschwindet.
2. Für mehrere Personen oft zu klein
Was für Singles und Paare ein Vorteil ist, kann für Familien zum Nachteil werden. Der Garkorb hat eine begrenzte Kapazität und sollte nicht überfüllt werden, damit die heiße Luft richtig zirkulieren kann.
Möchtest du für vier oder mehr Personen kochen, musst du manche Lebensmittel in mehreren Durchgängen zubereiten. Das kostet Zeit und kann den Vorteil beim Energieverbrauch wieder reduzieren. In solchen Fällen ist der große Backofen häufig praktischer.
3. Nicht jedes Gericht gelingt gleich gut
Der Airfryer ist vielseitig, aber kein Ersatz für sämtliche Küchengeräte. Gerichte mit viel Flüssigkeit, große Aufläufe oder aufwendige Backrezepte sind im klassischen Backofen oft besser aufgehoben.
Auch bei Pommes und Gemüse kommt es auf die richtige Menge an: Liegen die Lebensmittel zu dicht übereinander, werden sie eher weich als knusprig. Regelmäßiges Schütteln oder Wenden kann helfen, ein gleichmäßigeres Ergebnis zu erzielen.
4. Die Anschaffung ist nicht günstig
Ein Airfryer kann je nach Marke, Größe und Ausstattung zwischen einem günstigen Küchengerät und einer größeren Investition liegen. Hochwertige Modelle mit zwei getrennten Garkörben oder zusätzlichen Funktionen können durchaus mehrere hundert Euro kosten.
Dazu kommt: Wenn du das Gerät nur gelegentlich verwendest, wird sich die Anschaffung finanziell kaum auszahlen. Auch ein niedrigerer Stromverbrauch allein ist kein ausreichender Grund für den Kauf, wenn du bereits einen gut funktionierenden Backofen besitzt.
Praktisches Küchengerät oder unnötiger Hype?
Ein Airfryer ist durchaus mehr als ein Social-Media-Trend. Gerade für kleinere Haushalte kann er eine praktische Ergänzung sein, die Zeit und bei kleinen Portionen auch Strom spart. Besonders beim Aufwärmen, Rösten und Zubereiten knuspriger Speisen spielt er seine Stärken aus.
Trotzdem ist er kein Muss für jede Küche. Wer bereits gerne mit dem Backofen kocht, für mehrere Personen größere Mengen zubereitet und keinen zusätzlichen Platz opfern möchte, braucht nicht unbedingt einen Airfryer. Am Ende gilt: Nicht das Trendgerät entscheidet darüber, wie gut du kochst, sondern ob es tatsächlich zu deinem Alltag passt.
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