Das steckt dahinter

Autoscheibe vereist trotz Plusgraden: Der überraschende Grund

Vereiste Windschutzscheibe und Seitenscheibe eines Autos am frühen Morgen.
© Getty Images
Wer heute Morgen in sein Auto steigen wollte, erlebte vielerorts eine böse Überraschung: Obwohl das Außenthermometer noch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt anzeigte, waren die Autoscheiben mit einer hartnäckigen Eisschicht überzogen. Aber wie kann das eigentlich sein?
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Der Tag startete für viele mit kalten Fingern und dem ungeliebten Eiskratzer in der Hand. Aber Moment mal... Wasser gefriert doch erst bei 0 Grad! Wie kann das Auto also vereisen, wenn wir noch Plusgrade haben? Wir lüften das Geheimnis und zeigen dir, wie du dir das lästige Kratzen in Zukunft ersparen kannst.

Warum friert die Scheibe bei Plusgraden ein?

In klaren Nächten, wenn keine Wolkendecke am Himmel hängt, geben feste Objekte, bzw. die Glasscheibe im Auto, ihre gespeicherte Wärme direkt in das kalte Weltall ab. Da von oben keine Strahlung zurückgeworfen wird, kühlen die Autoscheiben rasant aus. Das Glas und das Metall kühlen dabei viel schneller und stärker ab als die umgebende Luft.

Das Ergebnis: Die Oberflächentemperatur deiner Windschutzscheibe fällt unter 0 Grad, auch wenn die Lufttemperatur im Wetterbericht noch im Plusbereich liegt. Die Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft kondensiert auf dem kalten Glas und gefriert zu der Eisschicht.

Älterer Mann kratzt mit Eiskratzer Schnee von der vereisten Windschutzscheibe eines Autos.
. © Getty Images

Das darfst du jetzt NICHT tun

Bevor du in der morgendlichen Hektik unüberlegt handelst, solltest du diese zwei fatalen Fehler unbedingt vermeiden:

Kochendes Wasser drüberkippen: Wer heißes Wasser auf die kalte Scheibe kippt, riskiert durch den extremen Temperaturunterschied, dass das Glas springt. Ein extrem teurer Spaß, der den Morgen komplett ruiniert.

Den Motor warmlaufen lassen: Reinsitzen, Motor starten, Heizung aufdrehen und dann draußen kratzen? Ein absolutes No-Go. In Österreich und Deutschland ist das Warmlaufenlassen im Stand gesetzlich verboten. Zudem dauert es im Stand ewig, bis überhaupt warme Luft aus den Düsen kommt, der Motor wird übermäßig abgenutzt und die Umwelt wird sinnlos verpestet.

So bleibt dein Auto eisfrei

Mit diesen genialen Tricks bleibt dein Auto eisfrei:

1. Prävention ist der beste Kratzer

Wer nicht kratzen will, muss vorbeugen. Eine handelsübliche Eisschutzfolie (oder eine mit Aluminium beschichtete Isomatte) auf der Windschutzscheibe ist der ultimative Lebensretter. Einfach abends unter die Scheibenwischer klemmen. (Vorsicht: Niemals Pappe benutzen, diese saugt sich mit Feuchtigkeit voll und friert an der Scheibe fest!)

2. Taktisch klug parken

Hast du keine Garage, hilft oft schon die Wahl des richtigen Parkplatzes. Parke dein Auto möglichst nah an einer Hauswand, unter einem Baum oder einem Carport. Das Dach oder die Wand verringern die Wärmeabstrahlung deines Autos Richtung Himmel. Wenn du dein Auto außerdem so parkst, dass die Frontscheibe nach Osten zeigt, übernimmt die Morgensonne das Auftauen für dich.

3. Enteiserspray

Ein gutes Scheiben-Enteiserspray (gibt es im Baumarkt oder an der Tankstelle) wirkt wahre Wunder. Die Alkohollösung bricht das Eis in Sekunden auf. Das spart Zeit, eiskalte Hände und bewahrt deine Autoscheibe zudem vor fiesen Mikrokratzern, die beim rabiaten Eiskratzen entstehen können.

Was tun, wenn die Scheibe von INNEN gefroren ist?

Manchmal kratzt man draußen alles frei und merkt dann: Das Eis klebt an der Innenseite. Die Ursache hierfür ist Feuchtigkeit im Auto (nasse Fußmatten, Kleidung oder die eigene Atemluft).
Der Trick: Klopfe vor dem Einsteigen immer den Schnee von den Schuhen und lass kurz vor dem Parken die Autotüren einige Sekunden weit offenstehen, damit die warme, feuchte Luft entweichen kann. Gegen hartnäckige Nässe hilft ein Luftentfeuchter (oder ein Stoffbeutel mit Katzenstreu) auf dem Armaturenbrett.

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