Migranten schummeln

Bundesinnenminister will härtere Deutschprüfung

Alexander Dobrindt (CSU)
© Getty Images
Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) verschärft den Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ), den Abschluss der Integrationskurse. Eine neue Verordnung, die am 1. November in Kraft tritt, soll die Zunahme der Betrugsfälle stoppen.
OE24 auf Google bevorzugen

Nach Angaben des Ministeriums haben Teilnehmer der Kurse schriftliche Aufgaben und Lösungen "über das Internet illegal erworben" und im Teil "Hören und Lesen" eingesetzt. In diesem Abschnitt müssen 45 Aufgaben durch Ankreuzen gelöst werden. Beim Schreiben – meist eine Kurzmitteilung – wurde der Teil häufig komplett leer gelassen. Dennoch galt die Prüfung als bestanden, wenn der erste Teil gut ausfiel und beim Sprechen das Niveau B1 erreicht wurde.

318.550 Tests alleine im Vorjahr

Künftig gilt der Test nicht mehr als bestanden, "wenn ein Prüfungsteil unzureichend bearbeitet wird". Ziel ist die Steigerung der Testsicherheit. Schriftliche Deutschkenntnisse seien "eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige und eigenverantwortliche Integration", so das Ministerium.

Der DTZ prüft Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen anhand von Alltagssituationen und bescheinigt die Niveaus A2 oder B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Er ist Voraussetzung für das Zertifikat Integrationskurs und relevant für Aufenthaltstitel sowie Einbürgerung.

Im vergangenen Jahr absolvierten 318.550 Personen den Test. Davon erreichten 175.193 (55 Prozent) B1, 102.663 (32,2 Prozent) A2 und 40.694 (12,8 Prozent) blieben unter A2. Das BAMF arbeitet bereits seit Längerem an höherer Testsicherheit, etwa durch die Pflicht, die mündliche Prüfung am selben Tag wie die schriftliche abzulegen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden