Zuversichtlich
FIFA-Boss Infantino lacht über Rücktritts-Forderungen
Der Weltverband blickt auf turbulente Wochen zurück, die Infantino in die schwerste Krise seiner bisherigen Funktionärslaufbahn gestürzt haben. Im Zentrum der Kontroverse stand das Projekt "FIFA Forward Enterprise" (FFE), über das der FIFA-Boss Anteile an den lukrativsten Premium-Rechten des Weltfußballs – darunter auch die prestigeträchtige Weltmeisterschaft – an private Investoren veräußern wollte.
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Geldgeber hätten sich nach diesen Plänen mit rund 20 Prozent an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen beteiligen können, dessen Gesamtmarktwert zu Beginn mit satten 20 Milliarden Dollar beziffert worden war. Nach massivem Widerstand von mehreren Kontinentalverbänden musste die FIFA das milliardenschwere Vorhaben jedoch abblasen. Vor drei Monaten wurden in der Folge sogar offene Rücktrittsaufforderungen an Infantino laut.
Infantino watscht Rücktrittsgerüchte im TV ab
Von Amtsmüdigkeit oder Selbstzweifeln ist beim Schweizer allerdings nichts zu spüren. In einem Interview mit der britischen BBC tat der Verbandsboss die Frage, ob er nach dem FFE-Kollaps an einen Rücktritt gedacht habe, mit einem lauten Lachen ab.
- 211 Mitgliedsverbände: Infantino pocht auf sein demokratisches Mandat durch alle weltweiten Verbände.
- Volle Unterstützung: Bei Terminen in Tokio und auf Kap Verde sicherte er sich breite Zusagen.
- Gleiche Stimmrechte: Unabhängig von der wirtschaftlichen Größe zählt am Kongress jede Nation gleich.
Infantino rechtfertigte seine unnachgiebige Haltung gegenüber der BBC mit klaren Worten: "Ich wurde von 211 Mitgliedsverbänden aus der ganzen Welt gewählt. Ich denke, das Wichtige in einer Organisation wie der FIFA ist, dass es unterschiedliche Ansichten und unterschiedliche Standpunkte geben kann."
Die Allianz des Südens stützt den Präsidenten
Entscheidend für Infantinos wiedergewonnenes Selbstvertrauen ist das weltpolitische Stimmengewicht abseits des europäischen Kontinents. Vor allem eine überraschende Wende in Asien sorgte für klare Verhältnisse: Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa, Präsident der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC), sprach Infantino am Freitag die geschlossene Unterstützung des Kontinents aus. Zuvor hatte die AFC das FFE-Projekt noch gemeinsam mit der europäischen UEFA und der nord-, mittelamerikanischen und karibischen CONCACAF attackiert.
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Infantino betonte diesen demokratischen Schulterschluss vehement: "Aber wenn es uns mit der Demokratie ernst ist, mit dem demokratischen Prozess, mit dem Glauben daran, dass jeder auf der ganzen Welt die gleiche Stimme und das gleiche Mitspracherecht hat, dass der Fußball allen gehört ... dann müssen wir auch die Ansichten der großen, großen Mehrheit respektieren." Er verwies stolz auf seine jüngsten Reisen: "Ich war auf Kap Verde, wo mich alle afrikanischen Länder unterstützt haben. Ich spreche mit allen Verbänden überall auf der Welt."
Europa isoliert: Frist bis 18. November läuft
Durch die Kehrtwende der Asiaten und eine innerlich gespaltene CONCACAF gerät die europäische UEFA im Weltverband zusehends ins Hintertreffen. Europa steht im globalen Machtgefüge isoliert da, während Infantino seine Machtbasis in Asien, Afrika und Ozeanien zementiert hat. Zudem fehlt den Kritikern das Wichtigste: eine starke Gegenfigur. Potenzielle Herausforderer müssen ihre Bewerbung für die FIFA-Präsidentschaft bis zum 18. November offiziell einreichen – derzeit deutet alles auf einen Alleingang des Schweizers hin.
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