Brauchtum

Ganslessen: Woher kommt diese Tradition?

Martinigansl.
© Getty Images
Rund um den Martinitag ist Ganslzeit. Wir erklären auch den Hintergrund dieser schönen Tradition.
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Ob man das Gansl nun mit Erdäpflknödeln und Semmelknödeln serviert, ob man dazu Rotkraut oder Speckkraut genießt ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Hauptsache ist, es schmeckt!

Ganslzeit ist bis Mitte November

Die Ganslzeit läuft so richtig Mitte Oktober an. Manche Lokale nehmen die Köstlichkeit schon Anfang Oktober in ihre Speisekarte auf. Ihren Höhepunkt erreicht die Saison am 11. November, dem Martinstag. Danach verschwindet die Gans vielerorts wieder von der Karte.

Die Legende

Der 11. November erinnert an den heiligen Martin von Tours, der im vierten Jahrhundert gelebt hat und für die Mantelteilung berühmt ist: Der römische Soldat soll seinen Mantel mit einem Schwert in zwei Teile geschnitten haben, um eine Hälfte einem frierenden Bettler zu schenken.

In der darauffolgenden Nacht soll ihm Jesus im Traum erschienen sein, gehüllt in den Mantel, den Martin von Tours dem Bettler geschenkt hatte. So wurde aus dem Soldaten ein christlicher Mönch, der die Christianisierung vorantrieb und von den Römern verfolgt wurde.

Versteck im Gänsestall

Als Martin im Jahr 371 zum Bischof ernannt werden sollte, fühlte er sich dieser Weihe unwürdig. Die Legende besagt, dass er sich, um dem Amt zu entgehen, im Gänsestall versteckte. Doch das schnatternde Vieh verriet ihn und er wurde doch geweiht. Um an dieses Ereignis zu erinnern, essen wir heute noch Gänse.

Gelage vor der Fastenzeit

Es gibt eine weitere christliche Tradition für dieses Festmahl: Am 12. November begann im Mittelalter die vorweihnachtliche Fastenzeit, das sogenannte Philippus-Fasten. Vor diesen 40 Tagen der Enthaltsamkeit wurde noch einmal richtig aufgetischt und alle verderblichen Fleischvorräte wurden genussvoll verspeist.

Historischer Hintergrund

Belegbar ist diese christliche Tradition natürlich nicht. Es gibt aber noch einen historischen Hintergrund für das Martinigansl: Im bäuerlichen Kalender fiel der Abschluss des Wirtschaftsjahres auf den 11. November und der Zehnt, also die Pachtzinsen und Abgaben an den Grundherren, wurden fällig. Weil die Bauern oft nicht genug Geld hatten, beglichen sie ihre Schuld mit Naturalien. Das war oft eine Gans - die "Zinsgans".

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