Der aus Graz stammende und in Wien lebende Schriftsteller Clemens J. Setz (43) wird am Mittwoch mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 2026 ausgezeichnet. Er ist mit 30.000 Euro dotiert und damit die höchste künstlerische Auszeichnung der Republik. Für Kulturminister Andreas Babler (SPÖ), der die Urkunde überreichen wird, zählt Setz "zu den bedeutendsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur". Literaturkritiker Sebastian Fasthuber wird die Laudatio halten.
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Zu den offiziellen Begründungen seiner Auszeichnung lässt Setz in einem aktuellen Interview mit der "Kleinen Zeitung" etwas Distanz erkennen. Laut dem Kunstsenat, der den Preisträger vorschlägt, erweitert er seit eineinhalb Jahrzehnten "als Dichter der literarischen Avantgarde wie kaum ein anderer den deutschen Sprachraum". Für Avantgarde sei er "doch etwas zu angepasst", lässt Setz wissen. "Sein Werk ist durchzogen von einer tiefen Empathie für das Andere, deren Wahrnehmung sich nicht mit dem vermeintlich Normalen deckt", befand Babler und würdigte das Abgründige seiner Poesie. "Die Labels 'Abgrund' und 'Empathie' sind sicher nicht falsch, allerdings bin ich kein besonders strahlendes Beispiel für diese Kombination", kommentierte der Autor.
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