Fenster-Funktion

Mikrolüften im Winter: Was steckt dahinter und welche Fenster können das?

Hand öffnet ein Badezimmerfenster mit weißem Griff, Fensterscheibe ist beschlagen.
© Getty Images
Im Winter möchte man die warme Wohnung nur ungern gegen kalte Außenluft eintauschen. Trotzdem muss regelmäßig gelüftet werden, um Feuchtigkeit und Schimmelbildung vorzubeugen. Eine mögliche Alternative zum klassischen Fensteröffnen ist die sogenannte Mikrolüftung. 
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Wenn draußen die Temperaturen sinken, wird das Lüften schnell zur Überwindung. Schließlich möchte niemand, dass die mühsam aufgeheizte Wohnung innerhalb weniger Minuten wieder auskühlt. Gleichzeitig entsteht gerade im Winter viel Feuchtigkeit in Innenräumen, etwa beim Kochen, Duschen oder Schlafen. Wird diese nicht regelmäßig nach draußen abgeführt, kann sich Kondenswasser bilden und Schimmel entstehen.

Neben dem klassischen Stoßlüften gibt es bei manchen modernen Fenstern noch eine weitere Möglichkeit: die Mikrolüftung. Sie soll einen kontinuierlichen Luftaustausch ermöglichen, ohne dass das Fenster weit geöffnet werden muss.

Was ist Mikrolüften überhaupt?

Ein weißes Fenster ist gekippt, draußen sind Bäume zu sehen.
Fenster gekippt © Getty Images

Bei der Mikrolüftung handelt es sich um eine spezielle Öffnungsfunktion, die bestimmte moderne Fensterbeschläge ermöglichen. Dabei wird das Fenster nicht vollständig geöffnet oder in die gewöhnliche Kippstellung gebracht. Stattdessen entsteht zwischen Fensterflügel und Rahmen ein schmaler Spalt.

Durch diese kleine Öffnung kann Außenluft in den Raum gelangen, während feuchte Innenluft nach draußen entweicht. Das Prinzip wird je nach Fenstersystem auch als Spaltlüftung oder Sparlüftung bezeichnet.

Der Vorteil: Der Luftaustausch erfolgt vergleichsweise unauffällig und ohne weit geöffnetes Fenster. Gerade in der kalten Jahreszeit klingt das zunächst praktisch. Allerdings hängt die tatsächliche Wirkung stark von den baulichen Gegebenheiten und den Wetterbedingungen ab. Mikrolüften ist deshalb kein vollständiger Ersatz für regelmäßiges Stoßlüften.

Wie funktioniert die Mikrolüftung?

Blick durch ein großes, teilweise geöffnetes Fenster auf eine Baustelle mit Garten.
. © Getty Images

Bei Fenstern mit entsprechender Beschlagtechnik lässt sich der Fenstergriff in eine zusätzliche Position bringen. Diese befindet sich je nach Hersteller und Modell zwischen der normalen Öffnungs- und der Kippstellung.

In dieser Position wird der Fensterflügel nur wenige Millimeter vom Rahmen abgehoben. So entsteht eine schmale Öffnung, durch die Luft zirkulieren kann.

Wichtig: Die genaue Bedienung ist nicht bei allen Fenstern gleich. Manche Hersteller verwenden eigene Mechanismen oder zusätzliche Einstellungen. Deshalb solltest du dich nicht darauf verlassen, dass eine bestimmte Griffposition bei jedem Fenster automatisch die Mikrolüftung aktiviert.

Welche Fenster können mikrolüften?

Die Funktion ist vor allem bei modernen Fenstern mit speziellen Beschlägen zu finden. Ob dein Fenster dafür geeignet ist, hängt also nicht allein vom Alter ab, sondern vor allem von der verbauten Technik.

Wenn du zur Miete wohnst und nicht weißt, welches Fenstersystem eingebaut ist, lohnt sich ein Blick in die Unterlagen oder eine Nachfrage bei der Hausverwaltung. Auch der Fensterhersteller oder ein Fachbetrieb kann dir sagen, ob dein Modell über eine solche Funktion verfügt.

Vorsicht beim Ausprobieren: Drehe den Griff nicht einfach in eine beliebige Zwischenposition und ziehe kräftig am Fenster. Bei Fenstern ohne entsprechende Technik kann das zu Fehlbedienungen oder Schäden am Beschlag führen. Im schlimmsten Fall lässt sich der Fensterflügel nicht mehr richtig schließen. Probiere die Funktion deshalb nur aus, wenn du weißt, dass dein Fenstermodell dafür ausgelegt ist.

Reicht Mikrolüften aus, um Schimmel zu vermeiden?

So praktisch die Funktion klingt: Wer Schimmel vorbeugen möchte, sollte sich nicht ausschließlich auf die Mikrolüftung verlassen. Wie effektiv der Luftaustausch ist, hängt unter anderem von Wind, Temperaturunterschieden und der Bauweise des Gebäudes ab.

Gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit, etwa nach dem Duschen oder Kochen, ist gezieltes Stoßlüften weiterhin sinnvoll. Dabei werden die Fenster für einige Minuten vollständig geöffnet, damit die feuchte Raumluft rasch entweichen kann. Anschließend sollten die Fenster wieder geschlossen werden, damit Wände und Räume nicht unnötig auskühlen.

Ein Hygrometer kann zusätzlich helfen, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu kontrollieren. Als grober Richtwert gelten in Wohnräumen etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.

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