Terminal getroffen

Neuer Huthi-Angriff auf Flughafen in Riad

Nach einem Angriff mit zwölf Toten und hunderten Verletzten ist der internationale Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad am Sonntag erneut angegriffen worden.
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Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die jemenitische Huthi-Miliz erklärte, ein Geschoss sei im Terminal 4 des Flughafens eingeschlagen und habe einen Brand ausgelöst. Die Luftabwehr habe zudem "einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen und zerstört", teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki mit. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Bewohner Riads hatten zuvor zwei starke Explosionen gehört.

Am Samstag waren bei einem Angriff auf den Flughafen von Riad nach saudi-arabischen Angaben zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden. Der Flughafen wurde geschlossen, auch am Sonntag blieb der Flugbetrieb ausgesetzt. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte die Huthi-Miliz im Jemen für den Angriff verantwortlich.

Wie Saudi-Arabiens zivile Luftfahrtbehörde mitteilte, zählen zu den Todesopfern des Airport-Beschusses acht Ausländer: ein Mensch aus den USA, zwei aus Bangladesch, ein Palästinenser und jeweils ein Mensch aus Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan.

Flugbetrieb vorerst eingestellt

Weiter hieß es, die 309 Verletzten würden "in mehreren Krankenhäusern" behandelt, einige schwebten in Lebensgefahr. In der Mitteilung war außerdem von "materiellen Schäden" durch den Angriff die Rede, deren Ausmaß noch geprüft werde.

Es handelt sich um den tödlichsten Angriff in Saudi-Arabien seit 2015. Damals waren bei einem Selbstmordanschlag der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) 21 Menschen in einer Moschee im Verwaltungsbezirk Katif getötet worden. Zugleich bekräftigten die Houthi am Sonntag ihre Warnung vor der Nutzung des Airports von Riad. Fluggesellschaften, Flughafenmitarbeiter und Reisende sollten die Warnung ernst nehmen, teilt die Gruppe mit. Saudi-Arabien trage die Verantwortung für gescheiterte Abfangmanöver.

Rakete schlug am Inlandsflugterminal ein

Nach Angaben eines Augenzeugen schlug die Rakete am Inlandsflugterminal ein. "Ich war am Gate 403", sagte der Mann der Nachrichtenagentur AFP. "Ich sah, wie 401 getroffen wurde, ich sah Verletzte direkt vor meinen Augen. Alle rannten."

Wegen der "schweren Notsituation" bestellte das saudi-arabische Gesundheitsministerium nach Angaben aus Medizinerkreisen Notärzte ein, die sich in Krankenhäusern in Riad und Umgebung um die vielen Verletzten kümmern sollten.

Weiterer Angriff nahe Flughafen Dammam

Ein weiteres Geschoss schlug am Samstag in der Nähe des internationalen Flughafens der Stadt Dammam an der Ostküste Saudi-Arabiens ein, wie die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erklärte. Sie teilte am Sonntag zudem mit, dass sie in Al-Kharj südöstlich von Riad eine von der Houthi-Miliz abgefeuerte ballistische Rakete abgeschossen habe. In der Gegend befindet sich der Prinz-Sultan-Luftwaffenstützpunkt.

Mehrere westliche Länder raten inzwischen von einer Nutzung des internationalen Flughafens von Riad ab. Die Airlines der Lufthansa Group - dazu gehört auch die AUA - hatten bereits am Freitag mitgeteilt, ihre Flüge nach Riad bis einschließlich 16. Oktober aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Region zu streichen. Die Angriffe auf den Airport treffen Saudi-Arabien kurz bevor es im Oktober eine große Investitionskonferenz veranstaltet, zu der aus dem Ausland viele führende Persönlichkeiten aus der Wirtschaft erwartet werden.

Internationale Reaktionen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den tödlichen Angriff auf den Flughafen von Riad als "gefährliche Eskalation". Die Houthi müssten Angriffe auf zivile Ziele beenden. "Diese Attacken von Irans Stellvertretern treiben die Region in eine Spirale der Gewalt", erklärte von der Leyen am Sonntag. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verurteilte den Angriff als "fürchterlichen Terrorakt", für den es "keine Rechtfertigung" gebe. UNO-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst schockiert". "Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur sind eine Verletzung des Völkerrechts. Diese Angriffe müssen sofort aufhören", so auch Guterres.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) verurteilte die Houthi-Angriffe am Sonntag und erklärte Österreich voll solidarisch mit Saudi-Arabien. "Zivile Infrastruktur anzugreifen, ist unentschuldbar und äußerst verwerflich", so Stocker auf X. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul verurteilte den Angriff auf den Hauptflughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad scharf. Auf der Plattform X sprach der CDU-Politiker von einem Terrorakt gegen Saudi-Arabien und die zivile Luftfahrt.

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