"Es war ein langer Tag. Es ist schön, hier erneut beim Qualifying ganz oben zu stehen", meinte Norris, der in Interlagos schon 2024 und 2025 von der besten Position aus in den Grand Prix gestartet war. Für den Briten war es die insgesamt 20. Pole seiner Karriere. "Es waren schwierige Bedingungen, aber ich bin natürlich sehr zufrieden. Es war nicht einfach, vor allem weil man wusste, dass noch mehr Regen kommt. Man durfte keine Fehler machen, das haben wir geschafft. Es war ein sehr guter Tag für mich."
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In der zweiten Reihe stehen Liam Lawson (Racing Bulls) und Nico Hülkenberg (Audi), weil auch der eigentlich viertplatzierte Ferrari-Fahrer Charles Leclerc motorenbedingt zehn Positionen in der Startaufstellung einbüßt und nun von der 14 aus um WM-Punkte kämpft. Ebenfalls Strafen wegen des Wechsels der kompletten Antriebseinheit erhielten der vierfache Weltmeister Max Verstappen (Red Bull), Rekordchampion Lewis Hamilton (Ferrari) und der Mexikaner Sergio Perez (Cadillac). Das Trio muss vom Ende des Feldes ins Rennen gehen.
Lange Regenpause zu Qualifying-Beginn
Gleich zu Beginn des Qualifyings gingen heftige Regenfälle im Autodromo Jose Carlos Pace nieder. Dennoch wurden die Boliden zunächst auf die Strecke geschickt, bei schlechten Sichtbedingungen und überflutetem Asphalt musste das Q1 jedoch nach wenigen Minuten unterbrochen werden. In der Folge gab es Kontrollfahrten durch Bernd Mayländer im Safety Car, die zunächst kein grünes Licht wegen zu viel stehendem Wasser und Aquaplaninggefahr ergaben.
Nach gut eineinhalbstündiger Wartezeit fand bei immer noch regnerischem Wetter der Restart statt. Während die ersten Rundenzeiten gefahren werden konnten, drehte sich Lokalmatador und WM-Debütant Rafael Camara (Haas). Der Brasilianer schaffte es dennoch ins Q2. Auf dieses verzichtete Verstappen wegen seiner Strafe. Ähnliches galt für Hamilton, der seinen Ferrari nach wenigen Runden abstellte. In dieser Phase wechselten alle Fahrer bei auftrocknender Piste von Regen- auf Intermediate-Reifen. Während Camara erneut einen Abflug von der Strecke machte, schaffte es Oscar Piastri (McLaren) nicht ins finale Q3.
Ärger bei Russell
In diesem kam der Regen zurück. Alle zehn verbliebenen Fahrer pokerten mit den Intermediate-Reifen, um ein, zwei schnelle Runden zu schaffen, bevor es wieder zu nass wurde. Am besten gelang das Norris, während Russell auf Anweisung der Box seine zweite schnelle Runde abbrach und somit die Bestzeit seines britischen Landsmanns nicht mehr attackieren konnte. "Das war definitiv eine Pole-Runde", ärgerte sich der Mercedes-Pilot und sprach von einem Fehler. Sein Teamchef Toto Wolff meinte diplomatisch im Sky-Interview: "Ich glaube nicht, dass das für die Pole gereicht hätte. Aber er ist die gesamte Session über perfekt gefahren und hätte die Pole verdient gehabt."
Während Russell nun von Position sieben aus ins Rennen geht, soll vor allem der neue Champion Antonelli für die nötigen Punkte im Kampf um die Konstrukteurs-WM-Krone sorgen. Dafür braucht Mercedes am Sonntag drei Zähler mehr als Ferrari. Der 20-jährige Italiener gestand Probleme mit den Bedingungen am Samstag. "Es war sehr schwierig. Ich bin noch nie hier im Regen gefahren. Ich hatte zu kämpfen und habe auch einen Fehler gemacht. Aber es hat für Platz drei gereicht, jetzt liegt der Fokus auf morgen."
Auch im Rennen am Sonntag könnte es nass werden. "Wir versuchen, morgen für alles bereit zu sein. Das Wetter ist hier unvorhersehbar", sagte Antonelli. Im Vorjahr hatte in Interlagos Norris vor Antonelli und Verstappen gewonnen.
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