Spanien. Die tödlichen Schüsse fielen am 7. Oktober, um 18:00 Uhr in der Cirumed-Klinik in Marbella. Der 57-jährige Chirurg Alexander A., der unter anderem in Österreich und Südafrika ausgebildet wurde und dessen Kundenkreis Prominente sowie Mitglieder der katalanischen und qatarischen Königsfamilie umfasste, verstarb nach mehreren Treffern noch vor Ort.
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Ermittler nehmen Verdächtigen fest
Der Täter betrat die Praxis ganz in Schwarz gekleidet mit einem Helm. Er schoss im Büro des Arztes viermal auf ihn, unter anderem aus nächster Nähe ins Gesicht, wie die britische "Daily Mail" berichtet. Das Geschehen spielte sich vor den Augen von Patienten, Mitarbeitern und Alexander A.s Ehefrau Jeannine ab. Nach der Tat flüchtete der Schütze auf einem Yamaha-Maxi-Scooter in den Bereich Bello Horizonte und stieg dort in einen Audi um.
Über Videokameras und Kennzeichenerfassung verfolgte die Polizei das Fahrzeug zu einer 40 Kilometer entfernten Airbnb-Unterkunft in Benalmádena. Dort nahmen die Beamten einen 18-jährigen schwedischen Staatsbürger fest, der unter falschem Namen eingecheckt hatte. Der Verdächtige bestreitet die Tat und sitzt in Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Polizei sucht weiterhin den Fahrer des Fluchtautos.
Frühere Drohungen und Streitigkeiten
Bereits im April hatte A. die Polizei wegen Morddrohungen informiert, die von einem unzufriedenen Kunden stammten. Zuletzt ermittelten die Behörden zudem im Umfeld einer vermögenden arabischen Kundin. Diese hatte die Rückzahlung einer Anzahlung in Höhe von rund 20.000 Euro gefordert. Er hatte sich angeblich geweigert und darauf beharrt, dass es sich um die "Standardgebühren" für Vorbereitungsmaßnahmen bei einer Po-Vergrößerung ("Brazilian Butt Lift") handele. Die Frau und ihr Ehemann sollen den Arzt laut Medienberichten monatelang bedroht haben, ehe sie das Land verließen.
Zudem gab es Berichte über die Familie einer kolumbianischen Patientin, die nach einem Eingriff verstorben sein soll. In der Vergangenheit war A. auch rechtlich gefordert: 2012 verhängte das britische "General Medical Council" Auflagen gegen ihn, 2016 gab er seine britische Lizenz ab. Später gewann er eine Verleumdungsklage gegen eine Influencerin, während er in einem anderen Fall wegen eines Behandlungsfehlers zu einer Zahlung verurteilt worden war.
Sorge vor der Tat
Nur drei Tage vor seinem Tod hatte A. am Rande einer Konferenz in Brüssel einem Kollegen gegenüber Sorgen um seine Sicherheit geäußert. Zu Hause in Majadilla del Muerto sowie in der Klinik verfügte er über Überwachungskameras. Stunden vor den Schüssen besprach er noch mit einem Chirurgen aus Pakistan Pläne für eine bevorstehende Konferenz in Karachi. Die Ermittlungen der Mordkommission UDEV dauern an.
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