Neue Umfrage

Öxit: So viele Österreicher wollen den EU-Austritt

Die Flaggen von Österreich und der EU wehen im Wind vor blauem Himmel.
© Getty Images/iStockphoto
Die Zustimmung zur EU steigt, dennoch will jeder Vierte den Austritt.
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Eine steigende Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft, konstante Skepsis gegenüber einer EU-Erweiterung und der Wunsch nach mehr Selbstbewusstsein gegenüber den USA charakterisieren laut einer Umfrage im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) das aktuelle heimische Stimmungsbild zur Europäischen Union. Russische Destabilisierungsversuche würden zunehmend mit Sorge betrachtet, erläuterte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt die Ergebnisse.

In der ÖGfE-Herbstumfrage sprechen sich demnach 68 Prozent der Befragten dafür aus, dass Österreich Mitglied der EU bleiben sollte. 25 Prozent plädieren für den Austritt aus der Union, 6 Prozent sind sich unsicher oder geben keine Antwort. Seit April 2025 hat sich laut ÖGfE die Befürwortung um 9 Prozentpunkte erhöht, während die Ablehnung um 5 Prozentpunkte zurückgegangen ist. Seit dem EU-Beitritt 1995 liegt die Zahl der EU-Befürworter laut ÖGfE bei durchschnittlich 70 Prozent, einen EU-Ausstieg präferieren rund 22 Prozent.

Schmidt sieht Stabilität, Rechtssicherheit und Berechenbarkeit der EU als Vorzüge, die global nicht selbstverständlich sind und von den Menschen vermehrt geschätzt werden. "Die Annäherung Kanadas und des Vereinigten Königreichs an die EU, sowie intensivierte Handelspartnerschaften machen zudem deutlich, dass die Union weltweit als verlässlicher Partner agiert und an Bedeutung gewinnt."

Mehrheit will in den kommenden fünf Jahren keine neuen EU-Mitglieder

Eine baldige Erweiterung der EU um neue Mitgliedsländer trifft in Österreich auf konstante Ablehnung. Wie schon im März sprechen sich rund sechs von zehn Befragten dagegen aus, dass in den kommenden fünf Jahren neue Länder zur Union stoßen, nur 28 Prozent wären damit einverstanden. "Die vorliegenden Umfragedaten bestätigen die erweiterungsskeptische Haltung der österreichischen Bevölkerung. Die Aufnahme neuer Mitglieder wird nicht als Priorität betrachtet", so Schmidt. Er fordert, die Information und den Dialog über die EU-Erweiterung zu intensivieren.

Die Zahl jener, die sich gegen eine Vertiefung der Zusammenarbeit auf EU-Ebene aussprechen, stieg im vergangenen Jahr. Ein Drittel der Befragten plädierte laut Umfrage für weniger Kooperation auf EU-Ebene - ein Anstieg von 6 Prozentpunkten gegenüber April 2025. Schmidt sieht diesen Trend "nicht zuletzt aufgrund der innenpolitischen Debatte, in der häufig einem Rückbau der Integration das Wort geredet wird". Dennoch wünschen sich 38 Prozent, dass das Ausmaß der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union vertieft wird. 21 Prozent sagen, dass es gerade richtig ist.

58 Prozent sehen Destabilisierung durch Russland

Knapp sechs von zehn Befragten (58 Prozent) zeigen sich überzeugt, dass Russland "gezielt versucht, die Europäische Union und ihre Mitgliedsländer - etwa durch Desinformationen, Cyberangriffe, Sabotage oder Einflussnahme auf politische Prozesse bzw. Wahlen - zu destabilisieren". 34 Prozent nehmen das "auf jeden Fall" an, 24 Prozent "eher doch". Etwa ein Fünftel (19 Prozent) geht hingegen "eher weniger" (8 Prozent) bzw. "sicher nicht" (11 Prozent) davon aus. 15 Prozent nehmen in dieser Frage eine Mittelposition ein und antworten "teils, teils". Was das Verhältnis der EU zu den USA betrifft, so treten fast 8 von 10 Befragten (79 Prozent) dafür ein, dass die EU bei strittigen Fragen stärker auf ihrem eigenen Standpunkt beharren sollte.

FPÖ-Anhänger mehrheitlich für EU-Austritt

Die ÖGfE-Umfrage zeigt laut Schmidt eine zunehmende innenpolitische Polarisierung in EU-Fragen. "So sind deklarierte Sympathisanten der FPÖ als einzige mehrheitlich - zu 56 Prozent - und praktisch konstant für einen EU-Austritt unseres Landes, während dies für Anhänger anderer Parteien überhaupt kein Thema ist." Neun von zehn FPÖ-Sympathisanten seien gegen eine baldige EU-Erweiterung, drei Viertel gegen eine stärkere Zusammenarbeit auf EU-Ebene. Nahezu die Hälfte zweifle daran, dass Russland darauf aus ist, die EU zu destabilisieren, während die Anhänger anderer Parteien kaum dieser Meinung seien. Einigkeit über alle Parteigrenzen bestehe nur darin, dass man den USA in Zukunft stärker Paroli bieten wolle.

Die Umfrage im Auftrag der ÖGfE wurde vom market-Institut von 21. bis 24. September durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 1.000 Personen online im Alter von 16 bis 80 Jahren. Die maximale statistische Schwankungsbreite liegt bei 3,16 Prozent.

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