IW-Warnung

Ohne Staatsausgaben wäre Wirtschaft geschrumpft

Friedrich Merz und Lars Klingbeil
© Getty Images (oe24 Fotomontage)
Von 2020 bis 2025 wuchs die deutsche Wirtschaft im Schnitt lediglich um 0,2 Prozent im Jahr. Rechnerisch stammt dieses Plus aber allein vom Staat - Unternehmen und private Haushalte trugen nichts bei, analysiert das Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
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Ohne die Milliarden für Konjunkturprogramme, Bundeswehr, Klimaschutz und Infrastruktur wäre das Bruttoinlandsprodukt geschrumpft. Das steht in einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, aus der die "Süddeutsche Zeitung" vorab zitiert.

Autor der Studie ist der Konjunkturexperte Michael Grömling, er analysiert: Die private Schwäche kommt von den Investitionen. Wohn- und Gewerbebauten, Maschinen und Fahrzeuge gingen stark zurück. Der Konsum der Haushalte hat das nicht ausgeglichen. Grömling nennt die Gründe: Geschäftseinbrüche in der Pandemie, gerissene Lieferketten, unsichere Finanzierung, Handelskonflikte und der russische Überfall auf die Ukraine. Zugelegt haben nur Forschung, Software und Datenbanken.

Kein bloßes Konjunkturproblem

Im zweiten Quartal 2026 lagen die öffentlichen Investitionen preisbereinigt 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019. Die privaten lagen mehr als zehn Prozent darunter. "Das ist für ein marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem auf Dauer nicht normal", sagte Grömling. Es sei auch kein bloßes Konjunkturproblem.

Maschinen und Anlagen würden nicht ausreichend modernisiert. Das schwäche die Produktionsmöglichkeiten und den Wohlstand über Jahre. Neben staatlichen Ausgaben, auch für Bildung, brauche es Impulse aus der privaten Investition. Sechs Jahre Miniwachstum, getragen vom Staat, sehen in der Statistik noch aus wie ein Plus - zieht man ihn heraus, bleibt ein Minus.

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