Dabei werden die Prints auf dem Handy gescannt. "Das sind mehr als 32.000 Beamte", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Dienstag bei einem Lokalaugenschein. "Die Beamtinnen und Beamten müssen nicht mehr für die genaue Identitätsfeststellung auf die Polizeiinspektionen fahren", erläuterte Karner. Dies bedeute eine enorme Zeitersparnis, die Polizistinnen und Polizisten bleiben auch während dieser Amtshandlungen in der Öffentlichkeit präsent. Der Innenminister betonte, dass es bereits großes Interesse anderer Polizeibehörden gebe.
Arbeitserleichterung für Polizei
Die Demonstration erfolgte im Rahmen eines fremdenpolizeilichen Schwerpunktes am Wiener Westbahnhof. Der Wiener Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan wies auf die Arbeitserleichterung gerade bei fremdenpolizeilichen Kontrollen hin, weil sich die Kontrollierten oft mit falschen Papieren ausweisen oder gar keine Dokumente bei sich haben.
Der Testbetrieb betraf 600 Beamte in Wien, Niederösterreich und der Steiermark. Die Wiener Bereitschaftseinheit war seit März 2026 eingebunden. Im Probebetrieb wurden österreichweit 2.516 Scans durchgeführt. In Wien nahm die Wiener Fremdenpolizei (AFA) laut Csefan dabei heuer 69 Personen fest, erstattete 136 Verwaltungsanzeigen und führte 953 Identitätsfeststellungen durch. Auch die AFA verfügte über die Fingerabdruckscans bereits im Testbetrieb. Der größte Vorteil für den Landespolizeivizepräsidenten: "Die Polizistinnen und Polizisten können auf der Straße bleiben."
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Beamte bekommen Rückmeldung über App
Straftäter werden unter bestimmten Voraussetzungen "erkennungsdienstlich behandelt", das heißt die Fingerabdrücke und die Personendaten, auch die DNA beispielsweise, werden in einem zentralen Register gespeichert. Auch Fremde bzw. Asylwerber werden unter bestimmten Voraussetzungen erkennungsdienstlich behandelt und die Fingerabdrücke in einer anderen zentralen Datenbank gespeichert. Über den Scan an Ort und Stelle erhalten die Polizistinnen und Polizisten in einer App eine Rückmeldung, ob die Fingerabdrücke bereits in einer Datenbank gespeichert sind und einer Person zugeordnet werden können.
"BioCapture" wurde vom Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und weiteren Forschungspartnern entwickelt. Ab 2027 ist übrigens die Anbindung an europäische biometrische Systeme geplant. Damit soll der Zugriff auf einen Datenbestand von bis zu 400 Millionen Personen möglich werden.
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