Der Simmeringer KPÖ-Bezirksrat Florian Rath wollte nicht länger tatenlos zusehen, wie Hunderte Kinder unter der extremen Sommerhitze leiden, und kaufte drei mobile Klimaanlagen von seinem Gehalt. Die Geräte sollten an die Volksschule Braunhubergasse, die Rosa-Jochmann-Schule und die Landhausschule gehen. Die Aktion war mit den Schulen abgestimmt, zwei Direktionen rechneten bereits mit der Übergabe - in letzter Sekunde wurde sie jedoch von der Schulaufsicht (Bildungsdirektion) gekippt.
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Dabei hatte die MA 56 (Magistratsabteilung für Schulen) erst Anfang September eine Richtlinie verschickt, wonach mobile Klimageräte und Ventilatoren grundsätzlich in Klassen aufgestellt werden können. Bezahlt werden diese von der Stadt Wien allerdings nicht, stattdessen sollen Sponsorings oder Elternvereine einspringen. Nicht so in Simmering: Als die Schulaufsicht von der geplanten Spende der KPÖ erfuhr, wurden die Schulen umgehend kontaktiert. Die Geräte dürften nicht angenommen werden, hieß es. Die Begründung: Es sei noch offen, wer künftig für Wartung und Kosten aufkommt.
"Die Geräte entsprechen genau den Vorgaben in der Richtlinie der MA 56. Sie sind neu gekauft und die Gewährleistung läuft noch zwei Jahre. Im Falle eines Gebrechens können die Schulen die Geräte austauschen oder den Preis zurückfordern", erklärt Rath. "Die Schulaufsicht erfindet fadenscheinige Gründe, um eine Privatspende durch einen Bezirksrat zu verunmöglichen." Die Geräte bleiben inzwischen für die Schulen reserviert, bis die Schulaufsicht ihren Widerstand einstellt, wurde via Presseaussendung betont.
KPÖ übt scharfe Kritik
Die KPÖ kritisiert die Entscheidung der Stadt Wien scharf. Sie befürchtet, dass vor allem Schulen mit finanziell schwächeren Elternvereinen im kommenden Sommer und darüber hinaus schlechtere Voraussetzungen haben werden als andere Standorte.
Dabei könnten nach Berechnungen der Partei in Simmering rund 180 Volksschulklassen mit mobilen Klimageräten ausgestattet werden. Würden alle 60 Bezirksräte jeweils drei Geräte finanzieren, wäre dieses Ziel erreicht. Dabei verweist man auch auf die Kosten: Während die Gehälter von Bezirksvorsteher, Stellvertretern und Bezirksräten im 11. Bezirk zusammen mehr als 900.000 Euro pro Jahr ausmachen, würden Klimageräte für 180 Klassen laut KPÖ um die 180.000 Euro kosten.
"Hitzeschutz für Schulkinder darf nicht vom Gelbörserl der Eltern abhängen", fordert Rath. "Das Geld ist da. Es scheitert am politischen Willen. Bezirkspolitiker bekommen teils fürstliche Gagen ohne große Verantwortung. Das Geld wäre besser in kühle Klassen investiert."
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