Kult-Dessert

Süße Sünde! Tiramisu kommt offenbar aus dem Laufhaus

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Mascarpone, Kaffee und ein ziemlich pikantes Gerücht: Tiramisu soll einst die Gäste eines Laufhauses wieder auf die Beine gebracht haben. Was hinter der wohl schlüpfrigsten Dessert-Legende Italiens steckt.
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Kaffeegetränkte Biskotten, luftige Mascarponecreme und eine ordentliche Schicht Kakao: Tiramisu liefert genug Gründe, beim Italiener noch einen Nachtisch zu bestellen. Dazu kommt eine Geschichte, die man beim nächsten Dinner unbedingt weitererzählen möchte. Der Dessertklassiker soll seine Karriere nämlich in einem Laufhaus begonnen haben. Zumindest erzählt man sich das in der norditalienischen Stadt Treviso. Auch die dortige Accademia del Tiramisù gibt die Geschichte weiter – ausdrücklich als mündliche Überlieferung.

Tiramisu als Dessert für erschöpfte Herren

Der Legende nach soll eine findige Bordellbetreiberin in der Altstadt von Treviso eine stärkende Süßspeise für ihre Kundschaft zubereitet haben. Zum Abschluss des Abends bekamen die Herren demnach eine Portion serviert, die ihnen wieder Energie geben sollte.

Dazu soll die Gastgeberin im örtlichen Dialekt gesagt haben: "Adesso ve tiro su mi" – sinngemäß: "Jetzt bringe ich euch wieder auf die Beine." Eine Ansage mit reichlich Interpretationsspielraum. Der Name Tiramisu bedeutet entsprechend etwa "Zieh mich hoch" oder "Richte mich auf". Dass das Dessert tatsächlich in einem Laufhaus erfunden wurde, ist damit allerdings nicht historisch bewiesen. Die Geschichte gehört zur lokalen Legendenwelt.

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Auch ein Restaurant beansprucht die Erfindung

Eine andere, deutlich weniger anzügliche Entstehungsgeschichte führt ins Restaurant Le Beccherie in Treviso. Nach dessen eigener Darstellung entwickelten Alba Campeol und der Konditor Roberto "Loly" Linguanotto das Dessert nach einer längeren Phase des Experimentierens. Als Inspiration gilt das "Sbatudin": mit Zucker aufgeschlagenes Eigelb, das traditionell als stärkende Speise gegessen wurde.

Mascarpone, Kaffee, Biskotten und Kakao machten daraus schließlich jene Kombination, die heute weltweit auf Dessertkarten steht. 1972 erschien das "Tiramesù" laut der Hauschronik auf der Speisekarte des Restaurants.

Das Land ist sich über den Geburtsort des Kult-Desserts trotzdem nicht einig. Die Herkunft bleibt also Stoff für Diskussionen.

Sechs Original-Zutaten für die süße Sünde

Beim Rezept hat die 2003 gegründete Accademia del Tiramisù hingegen klare Vorstellungen. Die von ihr bewahrte traditionelle Version aus Treviso besteht aus genau sechs Zutaten:

  • Eigelb
  • Zucker
  • Mascarpone
  • Kaffee
  • Biskotten
  • Ungesüßter Kakao

Schlagobers und Likör gehören in diese Rezeptur nicht hinein.

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