Drohnenattacke

Wie ein Russe den Flughafen Leipzig attackieren wollte

Mann mit schwarzer Kappe vor Mammutstatue und Motorrad auf nasser Straße.
© Facebook
Ein gescheiterter Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig sorgte zuletzt für Aufsehen. Sicherheitsdienste sollen nun den mutmaßlichen russischen Hintermann identifiziert haben.
OE24 auf Google bevorzugen

Deutschland. Nach Recherchen von "WELT" und "Telegraph" (gehören beide zu Axel Springer) haben Sicherheitsdienste nun den mutmaßlichen russischen Hintermann identifiziert: den Russen Oleg L., dem Kontakte zum militärischen Geheimdienst GRU (Einheit 29155) nachgesagt werden. Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als strategischer Umschlagplatz für die NATO und die militärische Versorgung der Ukraine.

Russischer Spion entlarvt

In sozialen Netzwerken inszenierte sich L. als harmloser Familienvater, führte laut westlichen Nachrichtendiensten jedoch ein Doppelleben: Im Sommer 2026 reiste er über die Türkei nach Deutschland und kundschaftete das Areal tagelang mit einem Mietwagen aus.

Polizisten durchsuchen zu Fuß eine Wiese am Flughafen Leipzig, im Hintergrund ein Flugzeug und Windsack.
Polizisten gehen über eine Wiese auf dem Gelände des Flughafen-Leipzig. Die Ermittlungen nach der Entdeckung der Sprengstoff-Drohne dauern an. © APA/dpa/Sebastian Willnow

Den Militärsprengstoff Semtex soll er über Bulgarien und Serbien eingeschmuggelt haben, wie "Telegraph" berichtet. Eine frühere Verbindung führt zudem zum GRU-Agenten Denis S. Die Ausführung überließ L. offenbar dem bereits polizeibekannten Belarussen Andrei K., dessen DNA an der Ausrüstung gesichert wurde.

Ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug steht nachts auf dem Flughafen Leipzig-Halle.
Ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug auf dem Flughafen Leipzig-Halle © AFP

Knapp an Katastrophe vorbei

In der Nacht vom 4. August traf eine mit 1,8 Kilogramm Semtex beladene Drohne die Tragfläche einer geparkten, mit 25.000 Litern Kerosin betankten ukrainischen Antonow An-124. Die Ladung explodierte jedoch nicht, wodurch eine Katastrophe ausblieb.

Video zum Thema

Russischer Außenminister Lawrow verschärft Ton gegen Berlin


© oe24


Ähnliche Sprengsätze wurden bereits in Polen und Litauen entdeckt. Die russische Botschaft in Berlin weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Drohnen-Attacke auf Leipzig/Halle:
Am Abend des 4. August war auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine entdeckt und entschärft worden. Später wurden zwei weitere Drohnen gefunden.
Die deutsche Regierung hatte Russland Anfang September offiziell für den Vorfall verantwortlich gemacht und als Reaktion unter anderem das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen. Moskau reagierte darauf mit der Schließung mehrerer deutscher Kulturinstitute (Goethe-Institute) in Russland.
Deutschland und die NATO unterstützen die Ukraine in ihrem jahrelangen Abwehrkrieg gegen Russland.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden