Preis-Schock

Wiener Öffi-Jahreskarte soll 2027 auf 483 Euro steigen

Die Wiener Linien dürften ihre Ticketpreise ab Jänner 2027 erneut erhöhen. Ein Tarifentwurf sieht besonders beim Mobilpass-Ticket einen kräftigen Aufschlag vor.
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Dass die Öffis in Wien im kommenden Jahr mehr kosten könnten, hatte sich bereits abgezeichnet. Nun gibt es konkrete Zahlen aus einem Tarifentwurf, den die zuständige Magistratsabteilung 65 der Arbeiterkammer Wien zur Stellungnahme vorgelegt hat, berichtet der Standard.

Demnach soll die durchschnittliche Preisanpassung 3,45 Prozent betragen. Bei einzelnen Tickets sind allerdings deutlich höhere Steigerungen vorgesehen. Die Wiener Linien betonen, dass die Tarife derzeit noch in finaler Ausarbeitung seien.

Die analoge Jahreskarte soll bei Einmalzahlung künftig 483,35 Euro kosten. Derzeit sind dafür 467 Euro zu bezahlen. Die digitale Jahreskarte, die aktuell 461 Euro kostet, könnte um bis zu 5,6 Prozent teurer werden. Damit würde der bisherige Preisunterschied zwischen analogem und digitalem Kauf weitgehend verschwinden.

Mobilpass-Ticket steigt um mehr als 18 Prozent

Besonders stark fällt die geplante Erhöhung beim Mobilpass-Ticket aus. Menschen mit geringem Einkommen können damit ein vergünstigtes Ticket nutzen, das 31 Tage gültig ist. Laut AK-Zusammenfassung soll der Preis von derzeit 21,90 Euro auf 25,90 Euro steigen. Das entspricht einem Plus von rund 18,3 Prozent.

Auch der ermäßigte Einzelfahrschein soll teurer werden. Vorgesehen ist eine Erhöhung um 6,1 Prozent. Betroffen sind unter anderem Kinder zwischen sechs und 15 Jahren, Präsenzdienstleistende und sozial schwache Menschen. Derzeit kostet das Ticket im analogen Vorverkauf 1,60 Euro, digital 1,50 Euro.

Strafe fürs Schwarzfahren soll vereinheitlicht werden

Die neuen Preise befänden sich noch in der finalen Ausarbeitung. Details sollen in Kürze folgen. © Getty Images

Änderungen sind auch bei den Strafen für Fahrgäste ohne gültiges Ticket geplant. Bislang werden bei sofortiger Zahlung 135 Euro fällig, bei späterer Begleichung per Zahlschein 145 Euro. Künftig soll es laut Entwurf keinen Unterschied mehr geben: In beiden Fällen wären 140 Euro zu bezahlen.

Die Arbeiterkammer hält die geplanten Preissteigerungen angesichts höherer Energie-, Material- und Personalkosten grundsätzlich für nachvollziehbar. Die starke Erhöhung beim Mobilpass-Ticket sieht sie jedoch kritisch. Die AK fordert sozial ausgewogenere Tarife und spricht sich dafür aus, den günstigeren Preis der digitalen Jahreskarte nicht einfach an das höhere analoge Niveau anzupassen.

Auch die geplante Strafe fürs Fahren ohne Ticket hält die Interessenvertretung für zu hoch. Als Vergleich verweist sie auf Berlin, wo die Mehrgebühr laut Stellungnahme 60 Euro beträgt.

Wiener Linien noch mit Details zurückhaltend

Die Wiener Linien erklärten, dass die Tarife – wie bei den ÖBB und dem Verkehrsverbund Ost-Region – künftig jährlich am Verbraucherpreisindex orientiert angepasst werden sollen. Die neuen Preise befänden sich noch in der finalen Ausarbeitung. Details sollen in Kürze folgen.

Beim Mobilpass-Ticket liege die Entscheidung nicht bei den Wiener Linien selbst, sondern bei der zuständigen Magistratsabteilung 40, die die vergünstigte Leistung einkauft.

Grüne kritisieren geplante Erhöhung

Auch die Wiener Grünen üben Kritik. Parteichefin Judith Pühringer wirft SPÖ und Neos vor, Öffi-Fahren ausgerechnet für armutsbetroffene Menschen deutlich teurer zu machen. Ihr Co-Parteivorsitzender Peter Kraus kritisiert zudem, dass die Jahreskarte bereits 2026 deutlich teurer geworden sei. Die Stadtregierung setze aus seiner Sicht die falschen Prioritäten.

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