Trockenheit

Zu wenig Wasser Attersee und Ager: Lenzing AG-Produktion in Gefahr

Attersee
© Land OÖ
"Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation, in der wir zwischen dem Schutz des Attersees und dem Schutz der Ager abwägen müssen. Die behördlichen Maßnahmen haben uns wertvolle Zeit verschafft. Aber eines können sie nicht ersetzen: Niederschlag. Wenn über Wochen deutlich weniger Wasser in den See zufließt, als abfließt und verdunstet, sinkt der Pegel trotz aller Maßnahmen weiter“, erklärt LR Stefan Kaineder.
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oe24.at hat bereits im Juli über die möglichen Folgen von zu geringen Wasserpegeln für die Lenzing AG berichtet. 
Die anhaltende Rekordtrockenheit bringt den Attersee und die Ager zunehmend in eine kritische Situation. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) informierte sich bereits mehrmals vor Ort bei den Experten des Gewässerbezirkes Gmunden über die aktuelle Lage. Besonders kritisch könnte es werden, wenn der Attersee die Pegelmarke von 59 Zentimetern unterschreitet. Stand heute liegt der Pegel bei 80 Zentimetern an der Messstelle in Kammer. Wie niedrig dieser Pegel ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Ende Oktober 2025 lag der Pegel an der selben Messstelle noch bei 144 Zentimetern, Ende Februar gar bei 159 Zentimetern.

Abfluss bereits im August gedrosselt

Bereits im August wurde aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit mit einer einstweiligen Verfügung die Steuerung am Klauswehr geändert. Der Abfluss aus dem Attersee in die Ager wurde auf 4,5 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Damit konnte das weitere Absinken des Sees gebremst und gleichzeitig verhindert werden, dass die Wasserführung der Ager innerhalb kurzer Zeit auf ein ökologisch kritisches Niveau fällt.

Zu wenig Wasser in Ager kann Jobs kosten

Nach der regulären Wehrbetriebsordnung würde die Abflussmenge bei einem Pegel von 59 Zentimenterim Winter auf unter 2,2 Kubikmeter pro Sekunde sinken. Eine derart geringe Wasserführung könnte schwerwiegende ökologische aber auch wirtschaftliche Folgen haben.

Neben der Gewässerökologie steht laut Kaineder auch ein bedeutender Wirtschaftsstandort auf dem Spiel. Die Lenzing AG benötigt für ihre industrielle Produktion Kühlwasser. Ein weiterer drastischer Rückgang der Wasserführung der Ager könnte damit nicht nur ökologische Schäden verursachen, sondern auch die industrielle Produktion gefährden und massive wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen.

Fischsterben droht

"Im schlimmsten Fall drohen uns nicht nur schwere ökologische Schäden bis hin zu Fischsterben. Wenn die Wasserversorgung für die Kühlung eines großen Industriebetriebs nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann, stehen auch Produktionsausfälle und Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das zeigt, welche dramatischen Auswirkungen diese beispiellose Trockenheit mittlerweile haben kann", warnt Kaineder.

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