Mit diesem strengen Urteil haben nicht viele gerechnet. Nach nur vier Stunden Verhandlung im Wiener Landesgericht wurde Günther Paal alias Gunkl am Donnerstagnachmittag kurz nach 14.00 Uhr zu drei Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs einer damals Dreijährigen und wegen des Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial verurteilt - unbedingt. Wie von ihm selbst bereits im Voraus angekündigt, jede Strafe anzunehmen, hat er dies auch nach einem kurzen Gespräch mit seinem renommierten Strafverteidiger Florian Höllwarth noch vor Ort getan.
"Das Urteil kam für meinen Mandanten und mich völlig unerwartet. Ich habe ihm noch zu einer Bedenkzeit geraten", so der renommierte Strafverteidiger Florian Höllwarth kurz nach dem Prozess. Gerechnet hätte man mit einer teilbedingten Haftstrafe, aber nicht mit drei Jahren Gefängnis, wobei er in etwa die Hälfte tatsächlich absitzen muss, ehe er die Fußfessel beantragen kann.
»Ich hab jetzt andere Probleme«
Wie vom Frostblitz getroffen reagierte auch der 64-jährige Angeklagte selbst, der sich vor Gericht halbherzig mit den Worten "dem Anschein nach bin ich pädophil" outete. Tatsächlich sollten dies aber die Ärzte klären. Mit versteinertem Gesicht umarmte er nach der Urteilsverkündung seine Schwester, die die Verhandlung im Großen Schwurgerichtssaal mitverfolgt hatte, mit den Worten: "Ich habe jetzt andere Probleme." Die Angst, in der Justizanstalt Stein zu landen, schwingt da mit. Als Sexualstraftäter an einer Dreijährigen unter den harten Jungs, die wenig verzeihen, und das auf keinen Fall.
Seine Schwester ist übrigens neben dem emsigen Anwalt Höllwarth, der seinem Mandanten nach Bekanntwerden der Anklage alle Suizidgedanken ausreden konnte, die Einzige, die sich um Günther Paal kümmert und versucht, ihm den Rücken zu stärken, denn die ganze Kabarettszene und Freunde, das Publikum, alle haben sich mittlerweile von ihm abgewandt. In Wahrheit hat Paal alias Gunkl bereits lebenslang ausgefasst. Auch wenn er nach Absitzen der Haftstrafe wieder in Freiheit ist, (er)kennt den markanten Mann jedermann, jeder Einkauf wird zum Spießrutenlauf. Das Urteil mag getilgt sein, die Verachtung bleibt.
30 Tage Zeit zum Haftantritt
Noch im Gerichtssaal hat Paal die Strafe angenommen und wird auch keine Berufung einlegen. Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls auf Rechtsmittel verzichtet, das Urteil ist somit rechtskräftig. Die schriftliche Einladung zum Haftantritt wird demnach in den nächsten Tagen in der Wohnung von Günther Paal im 9. Wiener Gemeindebezirk eintreffen.
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Von da an hat der gefallene Kabarettist und TV-Star, der in Kultfilmen wie "Muttertag", in der er eine kleinere Rolle als Polizist spielte und mit seiner damaligen Band "Wiener Wunder" Musik zum Soundtrack beisteuerte, genau 30 Tage Zeit, um seine Sachen zu packen und seine Haftstrafe anzutreten.
Fußfesseln sollen beantragt werden
Gunkls Wunschadresse in Sachen schwedischen Gardinen: die Justizanstalt Sonnberg, die unter anderem auf Sexualstraftäter spezialisiert ist und bei welcher das Motto "Der Mensch steht im Mittelpunkt" großgeschrieben wird. In einer Gärtnerei oder in Werkstätten können Insassen dort naturnahen Beschäftigungen nachgehen, um sich zu besinnen.
Wie lange Günther Paal tatsächlich absitzen wird, ist aber unklar. Sein Anwalt kündigte bereits an, nach zwölf Monaten in Haft bereits Fußfesseln für seinen Klienten anzufordern.
Die beiden angeklagten Frauen, Mutter (63) und Tochter (42), kassierten Haftstrafen wegen schwerer Erpressung von zwei Jahren und 9 Monaten sowie zwei Jahren und 3 Monaten. Sie müssen zudem die 159.000 Euro dem Kabarettisten zurückzahlen.
Das mittlerweile fünfjährige Opfer selbst wird mit der furchtbaren Tat wohl länger zu kämpfen haben. In ihrem Fall hoffentlich nicht lebenslang. Das Mädchen ist bereits vor der Selbstanzeige des Künstlers, die er wohl nur aufgrund der Erpressung erstattete, von der MA 11 in einer sicheren Umgebung untergebracht worden.
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