Luxus-Pasta

72 Euro pro Kilo! Kult-Tortellini sind jetzt noch teurer

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Tortellini gehören zu den Klassikern der italienischen Küche. Doch diese kleinen Teigtaschen haben einen Preis, der selbst Pasta-Fans schlucken lässt: 72 Euro kostet künftig ein Kilo der "Tortellini della Sandra".
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Hergestellt werden sie von La Sfoglina Bio, einer Bio-Pasta-Manufaktur in der Emilia-Romagna. Bereits im vergangenen Jahr sorgte der Preis von 59 Euro pro Kilo für Schlagzeilen. Trotzdem ist die Nachfrage weiter gestiegen – Bestellungen kamen sogar aus Singapur.

Warum sind die Tortellini so teuer?

Der Grund steckt in der Größe. Die Tortellini sind winzig und wiegen kaum mehr als ein Gramm. Jedes einzelne Stück wird von Hand hergestellt.

Das Rezept stammt von Sandra, der Mutter von Claudio Ianiri, einem der Gesellschafter von La Sfoglina Bio. Sandra gilt in Bologna als erfahrene Sfoglina – also als Spezialistin für handgemachte Pasta.

Die Herstellung der kleinen Tortellini ist besonders aufwendig. "Wir brauchen doppelt so lange, um sie herzustellen. Bei 59 Euro haben wir draufgezahlt", erklärt Ianiri laut dem italienischen Ausgangsbericht.

Der neue Preis soll deshalb sicherstellen, dass sich die aufwendige Handarbeit für das Unternehmen auch wirtschaftlich lohnt.

Eine günstigere Variante gibt es trotzdem

Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen möchte, kann inzwischen auf eine größere Variante ausweichen. Die klassischen Tortellini wiegen rund 2,6 Gramm und kosten 48 Euro pro Kilo.

Außerdem hat das Unternehmen einen riesigen Tortellino entwickelt. Das einzelne Stück bringt stolze 25 Gramm auf die Waage.

Der "Tortellinone" war laut Ianiri zunächst beinahe als Provokation gedacht. Inzwischen wird er aber tatsächlich in einem Restaurant angeboten. Ab 9. Oktober soll das Restaurant La Svolta den XXL-Tortellino frittiert mit Parmesansauce und Trüffelaroma servieren.

Nachfrage steigt trotz Luxuspreis

Der hohe Preis scheint die Kunden nicht abzuschrecken. Die handgemachten Bio-Tortellini sind mittlerweile auch über Bologna hinaus bekannt. Neben Privatkunden bestellen inzwischen auch Restaurants aus Mailand.

Das Unternehmen will deshalb weiter wachsen und sucht zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Pasta-Produktion.

Auch das Sortiment wird erweitert. Im November soll in Bologna das vollständig glutenfreie "Il Forno di Amelie" eröffnen. Neben Brot und Süßspeisen soll es dort auch frische Pasta geben – darunter vegane und vegetarische Tortellini.

Laut Ianiri sind bereits 59 Prozent der bestellten Tortellini vegan.

Für manche schmecken sie nach Kindheit

Trotz des hohen Preises geht es bei den Tortellini für manche Kunden um mehr als nur gutes Essen.

Ianiri erzählt von einer Kundin aus Turin, die ihn nach dem Essen angerufen habe. Sie habe ihm gesagt, dass sie sich beim Geschmack um 50 Jahre zurückversetzt gefühlt habe – in die Zeit, als sie Tortellini bei ihrer Großmutter gegessen habe.

Für Ianiri war genau das der besondere Moment. Denn hinter den teuren Tortellini steckt nicht nur der Anspruch auf hochwertige Handarbeit, sondern auch die Idee, Erinnerungen an die traditionelle Küche Bolognas zurückzubringen.

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