Achtung!
Diese Stress-Symptome können auch auf einen Vitaminmangel hindeuten
Der Kalender ist voll, die To-do-Liste wird nicht kürzer und selbst nach einem langen Wochenende fühlst du dich nicht wirklich erholt. Die naheliegende Erklärung: zu viel Stress, zu wenig Schlaf und ein Alltag, der gerade einfach etwas zu viel verlangt. Doch was, wenn nicht nur die Psyche dahintersteckt?
Bestimmte Vitamin- und Nährstoffmängel können Beschwerden auslösen, die sich erstaunlich ähnlich anfühlen wie die Folgen von Dauerstress. Das Problem: Die Symptome sind häufig unspezifisch und lassen sich nicht allein anhand ihres Auftretens einem bestimmten Mangel zuordnen. Ein genauerer Blick auf mögliche Ursachen kann sich deshalb lohnen.
1. Du bist ständig müde, auch nach ausreichend Schlaf
Du schläfst eigentlich genug, wachst aber trotzdem erschöpft auf und kommst tagsüber kaum in die Gänge? Anhaltende Müdigkeit wird häufig mit Stress, Schlafmangel oder mentaler Überlastung erklärt. Sie kann aber auch ein Hinweis auf einen Eisenmangel sein.
Eisen wird unter anderem für die Bildung von Hämoglobin benötigt. Dieses Protein in den roten Blutkörperchen transportiert Sauerstoff durch den Körper. Fehlt Eisen, kann die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt sein. Eine mögliche Folge sind Erschöpfung, Schwäche und eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit.
Auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann zu Müdigkeit führen, insbesondere wenn dadurch eine Blutarmut entsteht.
2. Du kannst dich kaum konzentrieren
Du liest denselben Absatz dreimal, vergisst ständig Kleinigkeiten oder hast das Gefühl, dein Gehirn arbeitet nur noch im Energiesparmodus? Natürlich können Stress und Schlafmangel die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Allerdings können auch bestimmte Nährstoffmängel eine Rolle spielen.
Insbesondere Vitamin B12 und Folsäure sind für die Blutbildung und verschiedene Stoffwechselprozesse wichtig. Ein ausgeprägter Mangel kann sich unter anderem durch Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit und verminderte geistige Leistungsfähigkeit bemerkbar machen.
Auch Eisenmangel kann mit Konzentrationsschwierigkeiten einhergehen. Wer sich dauerhaft wie in einem mentalen Nebel fühlt, sollte die Beschwerden daher nicht automatisch auf einen stressigen Alltag reduzieren.
3. Deine Mundwinkel sind ständig eingerissen
Kleine Risse an den Mundwinkeln wirken zunächst harmlos. Wenn sie allerdings immer wieder auftreten oder nur schlecht abheilen, kann das auch mit einem Nährstoffmangel zusammenhängen.
Mögliche Ursachen sind unter anderem ein Mangel an Eisen oder bestimmten B-Vitaminen, beispielsweise Vitamin B2 und B6. Auch Vitamin B12 kann bei einem ausgeprägten Mangel mit Veränderungen im Mundbereich einhergehen.
Allerdings können eingerissene Mundwinkel ebenso durch trockene Haut, Kälte, häufiges Lippenlecken oder bakterielle beziehungsweise pilzbedingte Infektionen entstehen. Wenn die Beschwerden regelmäßig wiederkehren, lohnt sich eine medizinische Abklärung.
4. Deine Hände und Füße kribbeln immer wieder
Ein Kribbeln in den Händen oder Füßen wird schnell als Folge einer ungünstigen Haltung, Verspannung oder Überlastung abgetan. Wenn die Missempfindungen allerdings regelmäßig auftreten, kann auch ein Vitamin-B12-Mangel dahinterstecken.
Das Vitamin ist wichtig für die Funktion des Nervensystems und die Erhaltung der schützenden Hüllen der Nervenfasern. Ein ausgeprägter oder länger bestehender Mangel kann deshalb neurologische Beschwerden verursachen. Dazu gehören Kribbeln, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen.
Hier solltest du nicht zu lange abwarten: Unbehandelte neurologische Folgen eines Vitamin-B12-Mangels können teilweise dauerhaft bleiben.
5. Du bist ungewöhnlich schnell außer Atem
Schon beim Treppensteigen kommst du aus der Puste, obwohl du dich sonst fit fühlst? Eine geringere Belastbarkeit kann unter anderem auf einen Eisenmangel hindeuten.
Wenn sich daraus eine Eisenmangelanämie entwickelt, steht dem Körper weniger Hämoglobin für den Sauerstofftransport zur Verfügung. Das kann sich durch Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, Herzklopfen, Schwindel und ausgeprägte Müdigkeit bemerkbar machen.
Auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann eine Blutarmut verursachen. Neue oder ausgeprägte Atemnot sollte allerdings IMMER ärztlich abgeklärt werden und nicht einfach auf Stress oder einen vermuteten Vitaminmangel geschoben werden.
Wie lässt sich ein Vitamin- oder Nährstoffmangel feststellen?
Wenn du mehrere dieser Beschwerden bei dir bemerkst oder sie über längere Zeit anhalten, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Ein Gespräch über deine Ernährung, deinen Alltag, mögliche Vorerkrankungen und Medikamente kann bereits erste Hinweise liefern.
Je nach Beschwerden können anschließend Blutuntersuchungen sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise:
• Blutbild: Gibt Hinweise auf eine mögliche Blutarmut.
• Ferritin: Zeigt, wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind.
• Vitamin B12: Hilft dabei, einen möglichen B12-Mangel festzustellen.
• Folat: Gibt Aufschluss über die Versorgung mit Folsäure.
• Weitere Werte: Je nach Beschwerden können beispielsweise Schilddrüsenwerte oder Vitamin D untersucht werden.
Vorsicht mit Nahrungsergänzungsmitteln!
Wer vermutet, einen Mangel zu haben, greift schnell zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch auf Verdacht hoch dosierte Vitamine einzunehmen, ist keine gute Idee. Nicht jeder Mangel lässt sich durch eine beliebige Tablette beheben, und auch eine übermäßige Zufuhr bestimmter Vitamine kann gesundheitliche Folgen haben.
Besonders wichtig ist es, die Ursache eines festgestellten Mangels zu klären. Denn manchmal liegt das Problem nicht an einer zu geringen Zufuhr über die Ernährung, sondern an einer gestörten Aufnahme im Darm, bestimmten Medikamenten oder einem erhöhten Bedarf.
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