Innere Stadt

Hitze-Plan: So will Wiener City klimafit werden

Blick auf Wien mit dem Stephansdom bei Sonnenuntergang und roten Dächern im Vordergrund.
© Getty Images
Die Stadt hat gemeinsam mit dem 1. Bezirk einen Strategieplan" entwickelt, der Hitze, Klimaschutz und Weltkulturerbe unter einen Hut bringen soll.
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Kaum ein Ort in Wien ist so gefordert wie die Innere Stadt. Auf nur 287 Hektar treffen täglich Bewohner, Berufstätige und Touristen aufeinander. Rund 16.000 Menschen leben im ersten Bezirk, dazu kommen etwa 125.000 Arbeitsplätze. In Spitzenzeiten, etwa rund um Weihnachten, strömen sogar bis zu 80.000 Besucher pro Tag durch die engen Gassen und Plätze. Genau dort machen sich Hitzetage und Tropennächte immer stärker bemerkbar. Die Herausforderung: Mehr Schatten, Kühlung und Aufenthaltsqualität schaffen, ohne den historischen Charakter des UNESCO-Weltkulturerbes zu verändern. Dafür wurde nun ein neuer Strategieplan erarbeitet, an dem mehr als 30 Interessensvertretungen und Fachleute mitgewirkt haben.

Kernstück des Projekts ist ein spezieller Planungs-Baukasten für die Weiterentwicklung des öffentlichen Raums. Er liefert Empfehlungen für Begrünung, Beschattung, Kühlung, Bodenbeläge und Stadtmöblierung. Historische Entwicklungen von der Römerzeit bis zur Gegenwart sollen dabei ebenso berücksichtigt werden wie die Anforderungen an moderne Stadträume. Der Strategieplan dient künftig als Leitfaden für neue Projekte und soll bereits in der nächsten Sitzung der Stadtentwicklungskommission behandelt werden.

Stimmen zum Strategieplan

Markus Figl, Bezirksvorsteher des Ersten Bezirks meint dazu: "Als Bezirksvorsteher der Inneren Stadt war mir wichtig, dass auch die Stimmen derer, die tagtäglich hier leben, in den Prozess eingeflossen sind. Mit dem vorliegenden Papier gibt es jetzt einen Handlungsleitfaden, der Magistrat und Investoren Sicherheit und Berechenbarkeit gibt, der aber auch das tägliche Leben all jener, die hier wohnen und arbeiten berücksichtigt. Nicht zuletzt wird damit auch klargestellt, dass die Anforderungen an das UNESCO Welterbe „historisches Zentrum von Wien" zu berücksichtigen sind.“

"Mit dem neuen Strategieplan haben wir ein gutes Werkzeug, um die Innere Stadt fit für die Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig ihr einzigartiges städtebauliches und architektonisches Erbe zu bewahren. Mehr Grün, mehr Schatten und mehr Aufenthaltsqualität müssen kein Widerspruch zum Schutz des Welterbes sein – gute Stadtplanung bringt beides zusammen", ergänzt NEOS-Klubobfrau Selma Arapović.

Der Strategieplan umfasst erstmals alle Personen, die mit dem 1. Bezirk zu tun haben vor allem auch mit der großen Gruppe der Touristen, betont Wien Tourismus-Chef Norbert Kettner: "Die Innere Stadt ist Wohnraum, Arbeitsplatz, Kulturzentrum und Visitenkarte Wiens zugleich. Umso wichtiger ist es, ihre Weiterentwicklung gemeinsam zu gestalten. Der Strategieplan schafft eine fachlich fundierte Grundlage, um historische Identität, Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und die unterschiedlichen Anforderungen an den öffentlichen Raum in Einklang zu bringen. Davon profitieren Wiener*innen ebenso wie die Gäste unserer Stadt."

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