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Knalleffekt: Pilz-Seite "Zack Zack" meldet Konkurs an

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Risiko nach Millionenklage von VP-nahen Polizisten zu groß ++ Kommende Woche ist Berufungsverhandlung
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Weniger als einen Monat nach der Veröffentlichung des sogenannten Ibiza-Videos im Mai 2019 machte der damalige Abgeordnete Peter Pilz ein Zitat des FPÖ-Politikers Heinz-Christian Strache zum Namen eines neuen U-Boot-Medienprojekts: Im Juni 2019 gründete Pilz das Nachrichtenportal ZackZack als Parteiorgan der "Liste Jetzt". Sieben Jahre und fünf Monate später steht das Portal vor dem Aus: Am Freitag hat die betreibende Zack Media GmbH beim Handelsgericht Wien den Konkurs angemeldet - dies berichtet der "Standard".

Millionenklage war Auslöser

Auslöser des Insolvenzantrags ist eine umfangreiche Privatanklage wegen übler Nachrede, die von der Rechtsvertretung hochrangiger Polizeibeamter – darunter Bundespolizeidirektor Michael Takacs – eingebracht wurde. Gegenstand der Klage ist eine Reihe von Artikeln auf ZackZack, für die den Klägern bei einem Obsiegen summiert bis zu 4,3 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen zustehen könnten.

Ausfallsrisiko steht im Gesetz

Im österreichischen Unternehmensrecht gilt für ein solches Ausfall- und Prozessrisiko das Vorsichts- und Imparitätsprinzip: Gemäß § 198 Abs. 8 Unternehmensgesetzbuch (UGB) sind für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in der Bilanz zu bilden, sobald ihr Eintritt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit droht. Da die Zack Media GmbH nicht über die erforderlichen liquiden Mittel und Reserven verfügt, um eine Rückstellung in Millionenhöhe zu bilanzieren, war das Unternehmen bilanzrechtlich zur Eröffnung des Konkursverfahrens verpflichtet.

Dem gingen jahrelange Recherchen von Peter Pilz zum Todesfall des früheren Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek voraus. Pilz stellte in einem im Frühjahr 2025 erschienenen Buch die offizielle Suizid-Theorie infrage und warf den ermittelnden Behörden politische Einflussnahme vor. Gegen diese Darstellungen klagten unter anderem Bundespolizeidirektor Takacs, NÖ-Landeskriminalamtschef Stefan Pfandler, Landespolizeidirektor Franz Popp sowie eine am Fundort eingesetzte Polizeibeamtin.

In erster Instanz gab das Landesgericht für Strafsachen Wien den Klägern recht, verbot das Buch und sprach Entschädigungen zu. Die für die kommende Woche anberaumte Berufungsverhandlung sowie laufende Vergleichsverhandlungen sind durch den Konkurs hinfällig.

Pilz fühlt sich "geslappt" - Flucht auf neue Plattform

Peter Pilz bezeichnete das Vorgehen der Kläger als sogenanntes "SLAPP"-Verfahren (strategische Klage gegen öffentliche Beteiligung), mit dem das Medium gezielt finanziell unter Druck gesetzt worden sei.

Nach eigenen Angaben plant Pilz, seine journalistische Tätigkeit auf der Publizierungsplattform Steady fortzusetzen. Das Online-Medium ZackZack, das in Spitzenzeiten ein Jahresbudget von rund einer Million Euro aufwies und zeitweise Reichweiten vor etablierten Magazinen wie dem Profil oder dem Falter erzielte, kämpfte bereits in den vergangenen Jahren mit finanziellem Druck und Klagswellen – etwa durch die Signa-Gruppe oder den Gastronomen Martin Ho. Das Aus für die Betreibergesellschaft markiert nun den vorläufigen Schlusspunkt des Projekts.

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