Manifest

Linke-Chefin Eralp wollte Sturz des Kapitalismus

Elif Eralp, Die Linke
© dpa
Elif Eralp (45) will Berlin regieren - jetzt belastet sie ein Text aus dem Jahr 2020, den der Blog Ruhrbarone ausgegraben hat: Die Spitzenkandidatin der Fraktion Die Linke soll im Januar 2020 ein Manifest für eine "antirassistische und migrantische Klassenpartei" unterzeichnet haben. Ihr Name steht noch heute unter dem Aufruf.
OE24 auf Google bevorzugen

Die Handlungsmaxime des Papiers ist eindeutig formuliert: Migranten als Verbündete gewinnen, "mit denen wir gemeinsam das kapitalistische System stürzen". Ihre Organisierung und Politisierung solle im Zentrum linker Politik stehen, in allen Kämpfen und sozialen Bewegungen.

Als erste Schritte nennen die Unterzeichner Wahlrecht für Migranten, die Legalisierung des Aufenthalts aller Illegalen und einen vereinfachten Zugang zur Einbürgerung. Dem bestehenden Recht werfen sie indirekt institutionellen Rassismus vor.

Soziale Probleme und Diskriminierung sollen der Ausgangspunkt einer Mobilisierung gegen die Wirtschaftsordnung sein. Praktisch wird das Papier bei der Ansprache: weniger "linke Sprache" und Szenecodes, mehr Shisha-Bar und Teestube statt linkem Zentrum, die Hymnen der migrantischen Jugend statt Punkrock.

Ziel: Migranten stärken

Eralp, 1981 in München als Kind türkischer Asylbewerber geboren, studierte Jura in Hamburg und beriet von 2010 bis 2021 die Bundestagsfraktion der Linken. 2019 gründete sie mit Ferat Koçak und anderen das Bündnis Links*Kanax, das migrantische Mitglieder in der Partei stärker machen sollte. Die Unterschrift von 2020 liegt auf dieser Linie. Ob sie den Text heute noch vertritt, hat sie öffentlich nicht erklärt.

Parallel bleibt ihre Mitgliedschaft im Verein Rote Hilfe ein Thema: Der Berliner Verfassungsschutz stuft den Verein als größte linksextremistische Organisation der Stadt ein, nicht gewaltorientiert, aber mit dem Vorwurf, Gewalt zu legitimieren. Die Partei sagt, Eralp sei im Jurastudium beigetreten, jahrelang nur passives Mitglied gewesen und 2025 vor der Nominierung wegen politischer Differenzen ausgetreten. Die Mitgliedschaft stand auf der Seite des Abgeordnetenhauses.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden