Lange war die Wiese neben dem Friedhof verwildert. Darunter liegen die Gebeine von mehreren Hundert Menschen, die in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs getötet wurden. Jetzt ist daraus ein Gedenkort geworden: Die Künstlerin Azra Akšamija aus Sarajewo gestaltete zwei „Schweigemauern" für eine bisher unerzählte Geschichte.
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Namen zum Klingen
Auf einer Mauer hängen 2.848 Metallplättchen, jedes trägt den Namen eines Opfers. Sie erinnern an Schilder, die Toten an die Zehen gehängt werden, und an Kofferschilder von Deportierten. Der Verkehr bringt die Plättchen zum Vibrieren. „Sie klingen und laden damit ein, nachzudenken", sagt Akšamija.
Mahnung an alle
Der Ärztliche Direktor Christian Korbel trieb die Erinnerungsarbeit trotz Widerständen voran. Er warnt: „Da gilt es auch, den Anfängen zu wehren."
Für die Angehörigen gibt es nun einen konkreten Ort zum Trauern. Historiker Stephan Roth sagt: „Sie können hierher kommen wie zu einem Grabstein." Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betont: „Erinnerungsarbeit ist keine Aufgabe, die irgendwann abgeschlossen ist."
Rede der Landeshauptfrau
"2.848 – so viele Patientinnen und Patienten von Mauer-Öhling gelten heute als Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen. Es waren 2.848 Menschen mit einer Heimat, mit einer Familie, mit einer ganz persönlichen Lebensgeschichte. Mit diesem Gedenkort geben wir all diesen Menschen einen sichtbaren Platz des Erinnerns, der deutlich macht: Sie sind nicht vergessen", sagte die Landeshauptfrau in ihrer Rede.
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