Dramatischer Fall

Mutter hält Baby monatelang im Arm – aus Angst vor dem Tod

Seit sieben Monaten hält eine Mutter ihren kleinen Sohn möglichst aufrecht. Denn sobald der Bub flach liegt, drohen seine Atemwege zu verschließen. 
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Linda ist Mutter von drei Söhnen. Ihr jüngster kam Anfang März per Notkaiserschnitt zur Welt. Schon kurz nach der Geburt bemerkte sie, dass mit seiner Atmung etwas nicht stimmte: Sobald sie ihn flach hinlegte, wurde der Säugling panisch.

Zunächst erklärten die Ärzte die Beschwerden mit Anpassungsstörungen und entließen die Familie wieder nach Hause. Linda ließ das Thema allerdings nicht los. Sie besorgte sich ein Gerät, das die Sauerstoffsättigung ihres Babys überwachen konnte, und ließ den Kleinen möglichst aufrecht bei sich schlafen.

Plötzlich schlug das Gerät Alarm

Zehn Tage nach der Geburt kam es schließlich zu einem dramatischen Vorfall. Mitten in der Nacht schlug das Überwachungsgerät Alarm. Linda riss ihren Sohn hoch und versuchte, ihn durch Anpusten zu einer Reaktion zu bringen.

"Beim ersten Mal reagierte er nicht. Erst beim zweiten Mal kam er wieder zu sich", erzählt die Mutter der Bild-Zeitung.

In der Klinik folgten weitere Untersuchungen. Bei einer Bronchoskopie stellten die Ärzte fest, dass der Zungengrund des Babys ungewöhnlich verdickt und verhärtet war. In Rückenlage konnte sich die Zunge nach hinten verlagern und dadurch die Atemwege blockieren. Warum es zu dieser Veränderung gekommen war, blieb zunächst ungeklärt.

Auch auf der Intensivstation gab es Probleme

Der kleine Bub kam auf die Intensivstation. Dort wurde unter anderem eine CPAP-Maske eingesetzt – doch auch damit kam es laut der Mutter zu Problemen. Sie habe immer wieder darauf hingewiesen, dass ihr Sohn so nicht richtig atmen könne.

Testweise bekam das Baby schließlich eine Magensonde und einen Rachen-Tubus. Für die Familie hatte diese Lösung allerdings gravierende Folgen: Das Stillen war damit nicht mehr möglich. Linda berichtet, ihr Sohn habe stundenlang geschrien, sei dabei lila angelaufen und habe Schaum vor dem Mund gehabt.

Die Eltern entschieden sich schließlich dafür, Tubus und Sonde wieder entfernen zu lassen. Laut einem Entlassungsbrief, der der deutschen BILD vorliegt, waren sie zuvor über mögliche Spätfolgen bis hin zum Tod des Säuglings aufgeklärt worden.

Mutter startet verzweifelten Hilferuf im Netz

Zu Hause hielt Linda ihren Sohn weiterhin fast rund um die Uhr aufrecht. Sie schlief sogar im Sitzen mit dem Baby auf dem Arm, weil sie Angst hatte, dass es beim flachen Liegen erneut zu Atemproblemen kommen könnte.

Dann wandte sie sich über Instagram an ihre Community. Rund 75.000 Menschen folgen ihrem Account. In einem Video schilderte sie die Situation und fragte, ob jemand ein Kind mit ähnlichen Beschwerden kenne.

© Linda_schreibt/Instagram

Der Hilferuf wurde laut ihrem Bericht rund fünf Millionen Mal angesehen. Eine konkrete Lösung fand sich zunächst trotzdem nicht.

Entscheidender Tipp aus der Community

Schließlich bekam Linda einen Hinweis auf Dr. Margit Bacher, eine Zahnärztin und Kieferorthopädie-Spezialistin aus Tübingen. Bacher ist an der Entwicklung der sogenannten Tübinger Atmungsplatte beteiligt.

Die spezielle Platte kann bei bestimmten kindlichen Fehlbildungen eingesetzt werden. Ein integrierter Sporn soll verhindern, dass die Zunge nach hinten fällt, und dadurch helfen, die oberen Atemwege offenzuhalten. Das Universitätsklinikum Tübingen setzt die Methode unter anderem bei Kindern mit der sogenannten Robin-Sequenz ein.

Erste Fortschritte machen der Familie Hoffnung

Für Linda ist die Situation noch lange nicht ausgestanden. Sie berichtet jedoch von ersten positiven Entwicklungen. Ihr Sohn kann inzwischen krabbeln, sich hochziehen und schläft nach ihren Angaben deutlich besser in erhöhter Position.

Die Familie hofft nun, dass sich sein Zustand weiter stabilisiert. Warum genau die Atemwege des Babys in Rückenlage blockieren und wie sich das Problem langfristig entwickeln wird, ist nach den vorliegenden Angaben weiterhin nicht vollständig geklärt.

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