Studie beweist

"Social Jetlag!" Darum solltest DU früher schlafen gehen

Frau schläft entspannt im Bett, Sonnenlicht fällt durch die Vorhänge im Hintergrund.
© Getty Images
Eine großangelegte Untersuchung der Monash University zeigt: Wer früher ins Bett geht, ist am Folgetag spürbar aktiver. Der genaue Zeitpunkt des Einschlafens entscheidet direkt über das Energielevel.
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Die Datenbasis dieser wissenschaftlichen Arbeit umfasst fast 20.000 Erwachsene, die über ein ganzes Jahr hinweg beobachtet wurden. Mithilfe von Sensorarmbändern zeichneten die Teilnehmenden ihre genauen Schlafzeiten sowie ihre körperliche Aktivität auf. Auf diese Weise kamen insgesamt rund sechs Millionen Datensätze zusammen, die ein klares Bild zeichnen.

Messbar mehr Bewegung im Alltag

Menschen, die früher schlafen gingen, zeigten am nächsten Tag im Schnitt etwa 30 Minuten mehr körperliche Aktivität von mittlerer bis hoher Intensität. Selbst im Vergleich zu Personen, die um 23 Uhr ins Bett gingen, blieb ein deutlicher Vorsprung von rund 15 Minuten bestehen. Die Untersuchung macht klar, dass vor allem eine regelmäßige frühe Schlafenszeit die Erholung verbessert und den Tatendrang am Folgetag stärkt. Schon ein Unterschied von nur einer Stunde wirkt sich spürbar auf die eigene Bewegung aus.

Studienleiter Josh Leota von der School of Psychological Sciences an der Monash University betont, dass spätes Schlafengehen oft dazu führt, dass am nächsten Tag die Energie für Bewegung fehlt. Wenn Probanden früher als sonst schliefen, stieg ihre Aktivität bei gleichbleibender Schlafdauer direkt an. Ging es hingegen später ins Bett oder wurde ungewohnt lange geschlafen, sank die Bewegung wieder ab.

Das Phänomen des sozialen Jetlags

Ein wesentlicher Grund für diese Unterschiede ist der Konflikt zwischen dem eigenen biologischen Rhythmus und den üblichen Arbeitszeiten. Wer erst nach Mitternacht zur Ruhe kommt, muss für den Beruf dennoch oft früh aufstehen. Daraus entsteht ein dauerhafter Mangel an Erholung, den die Fachleute als "sozialen Jetlag" bezeichnen.

Josh Leota erklärt dazu, dass starre Arbeitszeiten nicht immer zu den natürlichen Gewohnheiten der Menschen passen. Das führt häufig zu Müdigkeit und hemmt die Motivation zur Bewegung. Wer abends lange wach bleibt, hat es tagsüber schwerer, aktiv zu sein – unabhängig von der reinen Schlafmenge.

Einfache Anpassungen für den Schlafrhythmus

Schon kleine Umstellungen der Einschlafzeit bringen praktische Vorteile mit sich. Ein früherer Schlafbeginn schenkt mehr Energie, fördert die Konzentration und steigert die Bereitschaft zur Bewegung, ganz ohne zusätzliches Training.

Folgende Maßnahmen helfen:

  • Bildschirme mindestens eine Stunde vor der Nachtruhe ausschalten
  • Abendliche Entspannungsroutinen wie Lesen etablieren
  • Strenge Zeiten für das Zubettgehen und Aufstehen einhalten
  • Späten Konsum von Koffein und schweren Mahlzeiten vermeiden

Diese Schritte unterstützen den erholsamen Schlaf und fördern damit indirekt auch die körperliche Fitness.

Schlaf und Bewegung zusammen denken

Mitautorin Elise Facer-Childs fordert, dass Gesundheitskampagnen die Themen Schlaf und Bewegung gemeinsam betrachten sollten. Wer lernt, beides miteinander zu verknüpfen, profitiert in doppelter Hinsicht. Anstatt ausschließlich mehr Sport zu fordern, könne man Menschen auch einfach dazu ermutigen, etwas früher ins Bett zu gehen.

Aus wissenschaftlicher Sicht hängt das eng zusammen: Frühere Schlafzeiten stabilisieren den Hormonhaushalt und bringen die Ausschüttung von Melatonin und Cortisol in eine natürliche Balance. Das sorgt für tiefere Erholung und frische Kraft. Wer abends öfter eine Stunde früher das Licht abdreht, tut somit aktiv etwas für die persönliche Gesundheit.

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