Eklat bei Masters

Tennis-Star beschimpft Ballkind – und ahnt nicht, wer mithört

Ein Tennisspieler gestikuliert auf dem Platz, Zuschauer sitzen im Hintergrund.
© EPA
Ein Wutausbruch beim Masters in Shanghai hat für einen jungen Tennisprofi unangenehme Folgen. Seine Wortwahl wird ihm zum Verhängnis.
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Rafael Jódar hatte beim ATP-Masters in Shanghai eigentlich allen Grund zur Freude. Der 20-jährige Spanier kämpfte sich gegen Botic van de Zandschulp nach Satzrückstand noch ins Viertelfinale. Doch statt seiner Aufholjagd sorgte eine Szene mit einem Ballkind für Gesprächsstoff. Jódar verlor während der Partie die Geduld, schimpfte auf Spanisch und handelte sich damit eine Verwarnung ein.

Ein Handtuch bringt den Tennis-Star auf die Palme

Die Szene ereignete sich zu Beginn des zweiten Satzes. Jódar hatte gerade zwei Breakchancen vergeben, als er sich über die aus seiner Sicht zu langsame Reaktion eines Ballkindes ärgerte.

"Gib mir endlich das verdammte Handtuch", schimpfte der an Nummer zwölf gesetzte Spanier.

Was Jódar dabei offenbar nicht bedacht hatte: Auf dem Schiedsrichterstuhl saß mit Jimmy Pinoargote ein Referee aus Ecuador. Und der verstand jedes Wort.

Pinoargote ließ die Beschimpfung nicht durchgehen und sprach eine Verwarnung aus. Damit hatte der Spanier nicht gerechnet.

Schiedsrichter lässt keine Ausreden gelten

Jódar versuchte, sich zu rechtfertigen. "Du weißt doch, wie angespannt die Lage ist", erklärte er dem Unparteiischen.

Doch Pinoargote blieb bei seiner Entscheidung: "Ich verstehe das, aber so geht das nicht."

Der 20-Jährige diskutierte weiter. Das Ballkind habe ihn ignoriert, obwohl er es angesprochen habe. Außerdem sei er bereits seit mehr als einer Stunde auf dem Platz gewesen.

"Ich rede mit ihm, aber ich habe nichts Falsches gesagt", verteidigte sich Jódar. Die Verwarnung blieb bestehen.

Schon bei den French Open gab es Wirbel

Es ist nicht das erste Mal, dass Jódar wegen einer Szene mit einem Ballkind in die Schlagzeilen gerät.

Bei den French Open war im Frühjahr ein Video aufgetaucht, das den Eindruck erweckte, der Spanier habe ein Ballmädchen geschubst. Jódar wies den Vorwurf entschieden zurück. Eine Aufnahme aus einem anderen Kamerawinkel entlastete ihn später.

In Shanghai blieb es diesmal bei der Verwarnung. Sportlich fand Jódar rasch zurück ins Match.

Nach dem Ärger folgt die Aufholjagd

Nach verlorenem ersten Satz setzte sich der Spanier gegen van de Zandschulp noch mit 6:7 (4:7), 6:4 und 6:2 durch. Im Viertelfinale wartet der Norweger Casper Ruud.

Dabei setzt Jódar eine Serie fort, die ihm in seinem Alter zuletzt einen prominenten Vorgänger beschert: Bei seinen vergangenen fünf Masters-1000-Turnieren erreichte er jeweils mindestens das Achtelfinale. Das war einem Spieler seines Alters zuletzt Novak Djokovic im Jahr 2007 gelungen.

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