Obwohl die meisten Waffen schweigen, geht der Nervenkrieg am Golf weiter, derzeit vor allem als ökonomischer Showdown – mit der ganzen Welt als Zuschauer und frustrierten Autofahrern an den Zapfsäulen. Wer hält die besseren Karten im Iran-Krieg?
Die Lage hat sich für die USA zuletzt strategisch verbessert – mit einer Doppeltaktik, die Resultate zeigt: Die US-Kriegsmarine dirigiert in Kooperation mit den Golfstaaten Tanker über eine südliche "Geheimroute" durch die Straße von Hormus. Schifffahrtsunternehmen haben dafür VLCC-Supertanker gemietet, die Shuttle-Fahrten durch die vom Iran bedrohte Öl-Schlagader unternehmen: Tanker fahren in den Golf, laden Rohöl, werden wieder durch die Hormus-Enge gelotst – danach wird das Öl auf andere Schiffe umgeladen. Dann beginnt die nächste Shuttle-Fahrt.
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So viel Öl wie möglich
Die Taktik: So viel Öl wie möglich soll rasch durch die Risikozone verschifft werden. Die Tanker fahren dabei ohne Licht, ohne Funk, mit abgeschalteten Trackern – und oft sogar ohne GPS. Navigiert wird teilweise wie vor Jahrhunderten anhand markanter Küstenpunkte. Das Konzept funktioniert: Über die Geisterschiffrouten konnten zuletzt mehr als 80 Prozent der Vorkriegsmenge transportiert werden. Damit kann Trump zumindest verhindern, dass sich die weltweite Energiekrise weiter verschärft. Die Rohöl-Sorte Brent kostete in der Vorwoche rund 100 Dollar pro Barrel – verglichen mit 120 Dollar beim bisherigen Hoch des Konflikts.
Das Mullah-Regime verliert dadurch seinen wichtigsten geostrategischen Hebel. Gleichzeitig gerät Teheran durch eine zweite Blockade zusätzlich unter Druck: Die Amerikaner stoppen ein- und auslaufende Frachtschiffe vor iranischen Häfen. Damit soll Irans Handel, vor allem die Öl-Exporte, abgewürgt werden. US-Finanzminister Scott Bessent (64) spottete, der Iran habe seit dem 25. August keinen Tropfen Öl mehr auf Tanker verladen. Irans Wirtschaft kollabiert: Ein US-Dollar kostet inzwischen 2,69 Millionen Rial. Bei Lebensmitteln liegt die Inflation bei 128 Prozent, die Wirtschaft könnte 2026 um zehn Prozent schrumpfen.
Trump hofft offenbar, dass das Regime angesichts des Wirtschaftskollapses doch noch stürzt – oder zumindest bei Verhandlungen über sein Atomprogramm nachgibt. Wahrscheinlicher ist aber zunächst eine Gegenwehr aus Teheran. Und der Iran dürfe militärisch nicht unterschätzt werden, warnen Experten. Zur Erinnerung: Laut einem Kongress-Report zerstörten die Iraner 81 US-Kampfjets, Drohnen und Helikopter im Gesamtwert von 3,3 Milliarden Dollar.
Beschuss
Tanker gerieten zuletzt verstärkt unter Beschuss. Die Revolutionsgarden wollen das Risiko offenbar so stark erhöhen, dass die Kosten für Öl-Transporte unerschwinglich werden. Das Motto der Schifffahrtsunternehmen scheint jedoch zu lauten: koste es, was es wolle. Matrosen erhalten für mehrtägige Shuttle-Fahrten bereits bis zu 25.000 Dollar Bonus, ein einziger Transport kann bis zu 40 Millionen Dollar kosten.
In Washington wird inzwischen spekuliert, dass Trump erst nach den Midterms zur finalen Konfrontation mit dem geschwächten Mullah-Regime schreiten könnte. Im November soll mit der "Theodore Roosevelt" ein dritter US-Flugzeugträger in Nahost eintreffen, weitere Marine-Kontingente wurden mobilisiert. Könnte Trump den Iran-Krieg am Ende doch noch gewinnen?
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