Aktuelle Zahlen
Umfrage: ÖVP "derrappelt" sich, SPÖ bleibt im Keller
Die SPÖ will ihren Parteichef Andreas Babler auf Raten loswerden - genutzt hat ihr es bisher wenig. Im Gegenteil, verharrt man auch mit dem designierten Babler-Nachfolger Markus Marterbauer im Umfrage-Tief, das zeigt die aktuelle Sonntagsfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 (2.000 Befragte vom 12. bis 20. Oktober 2024, max. Schwankung 2,2 Prozent).
Wäre am Sonntag eine Nationalratswahl, die SPÖ käme derzeit auf nur 14 Prozent, damit verharrt sie auf ihrem bisherigen Tiefststand. Der Grund ist die SPÖ-Krise rund um den schrittweisen Rücktritt von Parteichef Andreas Babler. Es ist zwar klar, dass Finanzminister Markus Marterbauer den Vizekanzler-Posten übernimmt - wer allerdings im Frühjahr zum Parteichef gewählt werden soll, ist nach wie vor offen.
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Umfrage ist für SPÖ dreifach bitter
Das ist für die SPÖ dreifach bitter: Denn zum einen rücken die Grünen den Roten mit 13 Prozent (+1) schon mehr als knapp auf den Pelz. Und zum anderen wäre die linke KPÖ mit 4 Prozent derzeit im Nationalrat vertreten, die linke Flanke der SPÖ ist also weiterhin offen wie ein Scheunentor.
ÖVP "derrappelt" sich
Und zum dritten kann sich der Koalitionspartner ÖVP laut Lazarsfeld-Hochrechnung wieder erholen: Aktuell käme die Partei von Kanzler Christian Stocker auf 20 Prozent (+1), das ist zwar immer noch meilenweit von Platz 1 und auch dem Wahlergebnis 2024 (26,3 Prozent) entfernt, aber immerhin wurde die psychologisch so wichtige 20-Prozent-Marke wieder erreicht.
Ebenfalls unter ihrem Wahlergebnis (9 Prozent) bleiben die NEOS mit derzeit 6 Prozent, auch sie würden also rund ein Drittel ihrer Wählerinnen und Wähler aus 2024 verlieren.
Koalition von Mehrheit weit entfernt
Dass die Koalition mit diesen Werten von einer parlamentarischen Mehrheit weit entfernt wäre, ist klar. Nach dem D’Hondt-System kämen die drei Koalitionsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS aktuell nur noch auf 77 Mandate - derzeit haben sie 109. Die FPÖ hätte demnach 74 Sitze. Zum Regieren wären übrigens 92 Mandate nötig, diesen Wert würde die Ampel deutlich verfehlen.
Auf Platz 1 ist die FPÖ seit nunmehr vier Jahren wie einzementiert, diesmal kommt sie auf 38 Prozent, zwei Punkte weniger als noch vor einer Woche.
Kickl verliert in der Kanzlerfrage, liegt aber trotzdem vorn
Einen Absturz muss Parteichef Herbert Kickl allerdings in der Kanzlerfrage hinnehmen: Letzte Woche hätten ihn noch 37 Prozent direkt auf den Sessel des Regierungschefs gewählt, aktuell wären es nur 33. Das "Nur" muss man aber deutlich unter Anführungszeichen schreiben, denn das ist weiterhin überlegen Platz 1. Alle anderen Parteichefs - Stocker, Leonore Gewessler, Beate Meinl-Reisinger und Babler - kommen zusammen ebenfalls auf 33 Prozent. Apropos Babler: Er ist mit 5 Prozent inzwischen stabil auch hier Letzter.
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