Kuriose Szene

Von der Toilette zum BVB-Helden: Das ging fast in die Hose

Ein Dortmunder Spieler jubelt kniend und schreit nach einem erzielten Tor.
© IMAGO/Jan Huebner
Erst spurlos verschwunden, dann der gefeierte Matchwinner. Dortmunds Youngster Karetsas hätte seinen großen Auftritt beinahe verpasst.
OE24 auf Google bevorzugen

So schnell kann es gehen: Erst sitzt Konstantinos Karetsas (18) noch auf der Toilette, wenig später schießt er Borussia Dortmund zum Sieg in der Champions League. Beim 2:1 gegen Betis Sevilla wurde der griechische Youngster zum Matchwinner. Dabei hätte ihn Trainer Niko Kovac beinahe gar nicht eingewechselt. Denn als der BVB-Coach seinen Joker dringend brauchte, war der plötzlich verschwunden.

Die Geschichte hinter dem Siegestor sorgte nach dem Schlusspfiff für einige Lacher. Und Kovac verriet, wie knapp Karetsas an seinem großen Auftritt vorbeigeschrammt war.

Kovac sucht seinen Joker – der sitzt am WC

In der 34. Minute musste Dortmunds Torjäger Serhou Guirassy angeschlagen vom Platz. Kovac entschied sich für Karetsas. Doch der 18-Jährige war weit und breit nicht zu sehen.

"Das war schon kurios: Ich wollte ihn einwechseln und er war nicht da! Er war auf der Toilette", erzählte der BVB-Trainer nach dem Spiel.

Kovac hatte bereits einen Plan B. "Daraufhin habe ich dann Carney gerufen und schwupp, kam er um die Ecke", berichtete der Coach. Gemeint war ÖFB-Spieler Carney Chukwuemeka, der beinahe statt Karetsas aufs Feld gekommen wäre.

Der Trainer konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Hätte er noch länger auf der Toilette gesessen oder was weiß ich, was er gemacht hat, wäre er nicht reingekommen."

Kaum Anweisungen, dafür das Siegestor

Karetsas selbst nahm die Geschichte mit Humor. Auf die Frage, welche taktischen Anweisungen er vor seiner Einwechslung erhalten habe, musste der Grieche grinsen.

"Ehrlich gesagt kam ich gerade von der Toilette, als ich eingewechselt wurde, deshalb habe ich nicht viele Anweisungen bekommen", verriet er bei DAZN.

Viel musste sich der 18-Jährige ohnehin nicht merken. "Ich sollte einfach rausgehen, spielen und aggressiv anlaufen. Das war's. Ich habe einfach versucht, mein eigenes Spiel durchzuziehen."

Und das klappte bestens. Fabio Silva brachte Dortmund nach der Pause in Führung (49.), Aitor Ruibal glich für Betis aus (67.). Dann kam Karetsas.

In der 72. Minute zog der Youngster mit links ab und traf zum 2:1. Sein erstes Pflichtspieltor für den BVB – und gleich der entscheidende Treffer in der Königsklasse.

Nach dem Spiel verriet Karetsas, warum ihm die Spielweise der Spanier entgegenkam: "Sie haben mir viele Räume gelassen, das konnte ich genießen."

Sabitzer fehlt krank – jetzt wartet Arsenal

Für Dortmund war es bereits der dritte Sieg im vierten Champions-League-Spiel. Mit neun Punkten haben die Schwarz-Gelben gute Karten im Rennen um die K.-o.-Phase.

Die nächsten Gegner haben es allerdings in sich. Am 24. November geht es auswärts gegen Arsenal, danach warten Inter Mailand und Aston Villa.

Nicht dabei war gegen Betis ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer. Der Mittelfeldspieler fehlte wegen eines Infekts und stand deshalb nicht im Kader.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden