Am heutigen Dienstag fand der offizielle Spatenstich für die Neugestaltung der schmalen Gasse nahe dem Naschmarkt statt. Breitere Gehsteige, mehr Grün und neue Aufenthaltsbereiche sollen das Straßenbild verändern. Gleichzeitig wird der Verkehr beruhigt. Rund 1,4 Millionen Euro kostet das Projekt, finanziert wird es aus Bezirksmitteln.
Die Pläne gehen auf einen Beteiligungsprozess aus dem Sommer 2020 zurück. Anrainer wünschten sich damals vor allem mehr Platz auf den Gehsteigen, Bäume, Sitzmöglichkeiten und weniger Durchzugsverkehr. Auch Radfahren in beide Richtungen war ein häufig genanntes Anliegen.
"Die Menschen in der Nachbarschaft haben klare Vorstellungen geäußert, und genau diese Wünsche setzen wir jetzt Schritt für Schritt um", erklärt Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne). Künftig solle die Gasse nicht mehr nur zum Durchfahren dienen, sondern auch ein Ort zum Verweilen werden.
Drei Viertel der Parkplätze fallen weg
Ganz unumstritten ist das Projekt allerdings nicht. Eigentlich hätte der Umbau bereits 2021 starten sollen, wurde aber mehrfach verzögert. Zuletzt machten eine Bürgerinitiative und die Bezirks-SPÖ gegen die Pläne mobil. Hauptkritikpunkt ist der Verlust von Parkplätze. Rund drei Viertel der bisherigen Parkplätze in der Rüdigergasse sollen durch die Umgestaltung wegfallen. Kritiker bemängelten zudem, dass sich die Planung auf Ergebnisse aus dem Jahr 2020 stütze und forderten eine neue Bürgerversammlung. Der Bezirk hielt dennoch an den ausgearbeiteten Plänen fest.
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Neun Bäume und neue Sitzplätze
Derzeit prägen schmale Gehsteige, beidseitig abgestellte Autos und fehlende Bäume die Rüdigergasse. Mit dem Umbau werden Fahrbahn und Gehsteige auf ein gemeinsames Niveau gebracht. Die Gehbereiche werden verbreitert und barrierefrei gestaltet, damit auch Kinderwagen und Rollstühle leichter durch die Gasse kommen.
Neun neue Bäume und elf Hochstammsträucher sollen künftig für Schatten sorgen. Dazu kommen acht neue Sitzgelegenheiten und zwei Trinkhydranten. Bei den Hausnummern 3 bis 6 entsteht ein größerer Aufenthaltsbereich. Ein weiterer kleiner Platz ist zwischen Grüngasse und Hamburgerstraße vorgesehen.
"Der vergangene Hitzesommer hat einmal mehr in aller Klarheit gezeigt, dass wir in Wien mehr Hitzeschutz brauchen", betont Grünen-Chefin Judith Pühringer. Die bislang stark versiegelte Rüdigergasse werde durch die Begrünung künftig weniger stark aufgeheizt.
Radfahren künftig in beide Richtungen
An den bestehenden Einbahnregelungen für Autos ändert sich nichts. Die Fahrbahn wird allerdings stellenweise verschwenkt, um das Tempo zu reduzieren. In der neuen Wohnstraße dürfen Radfahrer künftig in beide Richtungen unterwegs sein. Gehsteigvorziehungen an Kreuzungen und bessere Sichtverhältnisse sollen zusätzlich für mehr Sicherheit sorgen. "Weniger Durchzugsverkehr, mehr Grün und mehr Platz für die Nachbarschaft, das ist genau die Richtung, die Margareten braucht", so Luxenberger. Für die Rüdigergasse bedeute der Umbau ein "völlig neues Lebensgefühl".
Umbau erfolgt in zwei Etappen
Gebaut wird in zwei Phasen. Zunächst ist der Abschnitt zwischen Grüngasse und Hamburgerstraße an der Reihe. Dort wird die Rüdigergasse während der Arbeiten für den Durchzugsverkehr gesperrt, die Grüngasse bleibt befahrbar. Danach folgt der Kreuzungsbereich bei Grüngasse und Rüdigergasse.
In der zweiten Bauphase wird der Abschnitt in Richtung Schönbrunner Straße umgebaut. Die Arbeiten sollen abhängig von der Witterung im Frühjahr 2027 abgeschlossen werden. Danach werden die neuen Bäume und Hochstammsträucher gepflanzt.
Während der Bauzeit sind zeitweise Einschränkungen bei Hauseingängen, Einfahrten, Ladezonen und Behindertenstellplätzen möglich. Die betroffenen Bereiche sollen jeweils vorab angekündigt werden.
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