Russland-Attacken

Deutschland bekommt Drohnen-Spezialeinheit

Große militärische Drohne fliegt über ein Feld mit Bäumen und einem verlassenen Gebäude im Hintergrund.
© EPA
Die Bundeswehr rüstet auf und gründet ein eigenes Drohnenregiment. Bis zu 600 Männer und Frauen werden für den Einsatz unbemannter Systeme vorgesehen, gab Verteidigungsminister Boris Pistorius bekannt.
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Auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die neue Einheit an, deren Drohnen Reichweiten von bis zu 500 Kilometern abdecken sollen. Der Aufbau des ersten Drohnenregiments der Bundeswehr ist für den Verlauf des Jahres 2027 geplant. Angegliedert wird der Verband der 10. Panzerdivision, zu welcher auch die Panzerbrigade 45 zum Schutz der Nato-Ostflanke in Litauen gehört.

Zwei Männer in Bundeswehr-Uniformen stehen vor einem Monitor bei einer Militärübung.
© EPA

Bündelung unbemannter Systeme im Verband

Das Ziel der neuen Einheit besteht darin, die Fähigkeiten im Bereich unbemannter Systeme zusammenzuführen und die Nutzung zu beschleunigen. Neben fliegenden Systemen kommen auch unbemannte Landsysteme zum Einsatz. Eine wesentliche Funktion übernimmt zudem der elektromagnetische Kampf zur Störung gegnerischer Radar- und Funksignale. Ergänzt wird die Ausrüstung durch sogenannte Kamikaze-Drohnen (Loitering-Munition), welche aktuell von der Truppe getestet werden und im kommenden Jahr eintreffen sollen.

Klare Forderung nach mehr Drohnen

Pistorius betonte bezüglich der Strategie: "Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen". Bereits im Juni hatte Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding (55) bei der Übung "Freedom Shield 2026" in Litauen eine rasche Aufstockung von Drohnen und unbemannten Waffensystemen gefordert. Für die Landstreitkräfte besitze das Zusammenspiel von Panzertruppen und Drohneneinheiten höchste Bedeutung. Im Rahmen der Übung wurden Drohnen, elektronische Kampfführung sowie Drohnenabwehr gemeinsam erprobt.

Lehren aus dem Ukraine-Krieg

Als wesentlicher Impuls für die Entwicklung dienen die Erkenntnisse aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, weshalb die Bundeswehr verstärkt Drohnen einführt. Pistorius mahnte jedoch vor fehlerhaften Annahmen und hob hervor, dass ein potenzieller Konflikt zwischen Russland und der Nato nicht schlicht nach dem Schema des Ukraine-Kriegs ablaufen werde. Unbemannte Systeme ergänzen zwar das Spektrum der Waffensysteme, können Panzer, Kriegsschiffe oder Flugzeuge jedoch keineswegs vollständig ersetzen.

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