Eklat in Portugal

Superstar-Beben: Ronaldo verlässt Team nach Bank-Frust

Ein Fußballspieler im bordeauxroten Trainingsanzug steht am Spielfeldrand.
© APA/AFP/TT NEWS AGENCY/JOHAN NIL
Rund um Portugals Fußball-Nationalmannschaft herrscht nach dem 2:1-Erfolg gegen Norwegen helle Aufruhr. Superstar Cristiano Ronaldo saß nur auf der Ersatzbank und verließ Berichten zufolge eigenmächtig das Quartier, während Teamchef Jorge Jesus beschwichtigen will.
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Der knappe 2:1-Sieg in der UEFA Nations League gegen Norwegen gerät in Portugal zur reinen Nebensache. Im Mittelpunkt der nationalen Debatte steht die Reservistenrolle von Cristiano Ronaldo, die eine beispiellose Welle an Diskussionen im ganzen Land ausgelöst hat. Teamchef Jorge Jesus geriet im Rahmen einer emotionalen Pressekonferenz massiv unter Druck und sah sich gezwungen, seine unangefochtene Autorität zu untermauern.

Der portugiesische Trainer fand deutliche Worte bezüglich seiner Personalentscheidungen:

  • Machtwort des Trainers: "Kein Spieler wird meine Entscheidungen ändern. Weder er noch sonst jemand im Fußball. Weder irgendein Präsident. Niemals, null."
  • Verharmlosung der Krise: Die explosive Lage rund um den Superstar sei für Jesus schlicht ein "Problem, das keines war".
  • Medialer Druck: Der Trainer betonte, er sei von außen gezwungen worden, mit Ronaldo eine Aussprache über ein Thema zu führen, das es sportlich gar nicht gebe.

Was Cristiano Ronaldo seinem Chef wirklich sagte

Jorge Jesus schilderte vor den versammelten Journalisten detailliert, wie der Superstar auf die ungewohnte Rolle auf der Auswechselbank reagiert habe. Demnach habe Ronaldo keineswegs rebelliert, sondern sich loyal dem Team untergeordnet. Laut Jesus habe Ronaldo ihm versichert: "Ich bin hier, damit du entscheidest. Du willst, dass ich spiele, dann spiele ich. Du willst, dass ich auf der Bank sitze, dann gehe ich auf die Bank."

Trotz dieser versöhnlichen Worte zeichnen portugiesische Medienberichte ein völlig gegensätzliches Bild der Geschehnisse. Die renommierte Sportzeitung "A Bola" enthüllte, dass sich der Superstar unmittelbar nach dem Norwegen-Spiel wortlos aus dem Staub gemacht haben soll. Während die Mannschaft am Folgetag auf dem Trainingsplatz im schwedischen Malmö schwitzte, absolvierte Ronaldo lediglich ein Einzeltraining im Kraftraum. Jesus dementierte zwar Vorwürfe des Senders "RTP", wonach Ronaldo das Feldtraining eigenständig boykottiert habe, und sprach von einer abgesprochenen Maßnahme – die Unruhe legte sich damit jedoch keineswegs.

Verbandsboss reist an – Ronaldo flieht im Privatjet

Die Angelegenheit schlug derart hohe Wellen, dass sogar Verbandspräsident Pedro Proença persönlich anreisen musste, um die Wogen zwischen dem Nationaltrainer und seinem Ausnahmespieler zu glätten. Nach einem gemeinsamen Abendessen schien die Affäre kurzfristig beigelegt zu sein. Jorge Jesus erklärte zufrieden, der Präsident sei zur Beruhigung vor Ort gewesen und die Sache sei damit erledigt.

Doch die Realität holte den Coach nur wenig später auf bittere Weise ein:

  • Widerspruch auf offener Bühne: Während Jesus den Journalisten noch versicherte, Ronaldo stehe ab sofort wieder ganz normal mit der Mannschaft auf dem Rasen, fehlte der Star erneut.
  • Flucht aus dem Stadion: Ronaldo verließ das Stadion in Kopenhagen auf eigene Faust und brach mit dem Team.
  • Privatjet angefordert: Wie "A Bola" berichtet, wurde Ronaldos Privatflugzeug bereits geordert, um den Superstar aus Dänemark auszufliegen.

Damit hinterlässt der Streit ein sportliches Trümmerfeld bei den Portugiesen. Ob Cristiano Ronaldo jemals wieder unter Jorge Jesus für Portugal auflaufen wird, ist nach dieser Eskalation völlig offen.

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