Wer seiner Beziehung etwas Gutes tun möchte, muss offenbar nicht gleich einen romantischen Wochenendtrip buchen. Manchmal könnte schon ein gemeinsamer Spaziergang reichen. Forschende der Brigham Young University untersuchten, welchen Einfluss gemeinsame Bewegung auf die Beziehung von Ehepaaren hat – und fanden dabei einen spannenden Zusammenhang.
Die Studie zeigt: Paare, die zusammen aktiv sind, berichten von besserer Kommunikation, weniger Konflikten und geringerem Beziehungsstress. Dafür muss es nicht einmal das gemeinsame Fitnessstudio sein.
Gemeinsam Sport machen stärkt die Kommunikation
Für die Untersuchung werteten die Forschenden Daten von 1.693 jungen verheirateten Paaren in den USA aus. Dabei verglichen sie, ob die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit ihrem Partner Sport machten und wie sie ihre Kommunikation, ihren Umgang mit Konflikten und den Stress innerhalb der Ehe bewerteten.
Das Ergebnis: Sowohl individuelle Bewegung als auch gemeinsamer Sport waren mit positiveren Beziehungswerten verbunden. Besonders deutlich fiel der Zusammenhang jedoch bei Paaren aus, die gemeinsam körperlich aktiv waren.
Sie berichteten häufiger von besserer Kommunikation, einem konstruktiveren Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und weniger Konflikten innerhalb der Beziehung.
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Schon gemeinsames Spazierengehen kann helfen
Dabei muss es keineswegs ein intensives Paar-Workout sein. In der Untersuchung war Spazierengehen die häufigste gemeinsame Aktivität.
Doch genau darin könnte ein Teil des positiven Effekts liegen: Bei einem Spaziergang gibt es weniger Ablenkung, gleichzeitig entsteht automatisch Zeit, miteinander zu reden. Die Forschenden vermuten, dass solche regelmäßigen gemeinsamen Momente die Kommunikation zwischen Partnern erleichtern können.
Paare, die gemeinsam trainierten, gaben außerdem häufiger an, sich vom Partner gehört und unterstützt zu fühlen.
Sport ersetzt jedoch keine Paartherapie
Allerdings bedeutet das Ergebnis nicht, dass ein gemeinsamer Spaziergang automatisch jede Beziehung verbessert. Die Studie zeigt zunächst einen Zusammenhang zwischen gemeinsamer Bewegung und positiveren Beziehungsmerkmalen.
Da für die Analyse Querschnittsdaten verwendet wurden, lässt sich daraus nicht eindeutig ableiten, ob gemeinsamer Sport tatsächlich die Ursache für bessere Beziehungen ist – oder ob harmonischere Paare beispielsweise grundsätzlich häufiger gemeinsam aktiv sind.
Auch die Forschenden betonen, dass Bewegung kein Allheilmittel für Beziehungsprobleme ist.
Das könnte hinter dem Effekt stecken
Trotzdem ist die Idee durchaus nachvollziehbar. Gemeinsame Bewegung schafft etwas, das im stressigen Alltag vieler Paare schnell verloren geht: ungestörte gemeinsame Zeit.
Statt gleichzeitig aufs Handy, den Fernseher oder den Laptop zu schauen, verbringen Partner bewusst Zeit zusammen. Dazu kommt, dass Bewegung generell positive Effekte auf körperliches und psychisches Wohlbefinden haben kann.
Besonders interessant: Nur etwa ein Drittel der untersuchten Paare trainierte tatsächlich gemeinsam, obwohl rund 60 Prozent der Männer und Frauen angaben, grundsätzlich Sport zu treiben.
Für Paare könnte die Studie deshalb vor allem eine einfache Botschaft liefern: Es muss nicht immer das aufwendige Date sein. Eine gemeinsame Runde durch den Park, eine Fahrradtour oder ein regelmäßiges Workout können gleichzeitig Bewegung und bewusste Paarzeit bedeuten.
Selbst wenn dadurch nicht automatisch jeder Streit verschwindet, gibt es zumindest einen zusätzlichen Grund, den nächsten Spaziergang einmal zu zweit statt alleine zu machen.
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