Schafft Andreas Babler das Kunststück einer Leidens-Verlängerung – obwohl ihn in der ganzen Partei keiner mehr will, er in allen Umfragen mausetot ist? Babler ist längst ein „Dead Man Walking“, hat keine Chance aufs Überleben, aber Totgesagte leben länger, er will nicht aufgeben.
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Wird Gerhard Zeiler aufgeben? Er war der große Favorit als neuer Parteichef, hat sich aber selbst entzaubert: mit der Schnapsidee, seine Kandidatur ausgerechnet im SPÖ-Hass-Organ „Krone“ anzusagen; mit der fehlenden Unterstützung wenigstens eines Wichtigen in der Partei; mit seinen schwachen Auftritten ohne Programm, aber auch ohne Mut gegen die verhasste Regierung. Zeiler könnte bis Sonntag aufgeben („Niemand will mich“) - oder aber weiterkämpfen und darauf warten, dass Babler an Umfragen und Regierung scheitert.
Die Partei dürfte von dem Babler–Zeiler-Theater, in dem nicht nur die beiden, sondern auch die SPÖ beschädigt werden, langsam genug haben - und nach einer Alternative suchen: dem 3. Mann…
Marterbauer, aber als enormes Risiko
Auf den ersten Blick ist dabei Finanzminister Markus Marterbauer der heißeste Tipp: Er hält sich klug zurück, wird von Babler intrigant als Nachfolger (der ihn als Parteichef „überleben“ lässt) favorisiert, wird von allen gemocht und geschätzt – und tut allen leid.
Genau das ist sein Problem: Marterbauer hat Krebs (kämpft dagegen heroisch an), wäre dadurch aber ein großes Risiko. Das Schlimmste, was der SPÖ passieren kann, wäre, dass der neue „Chef“ in Kürze krankheitsbedingt wieder ausfällt. Dazu kommt: Niemand in der SPÖ will eine Ämterteilung von Babler (als Parteichef) und Marterbauer als Vizekanzler.
Hanke oder Hergovich als frische Alternative?
Wenn Marterbauer ausscheidet, wäre Peter Hanke der nächste logische Favorit. Er ist telegen, sympathisch, gehört zur Wiener „Partie“ – aber er ist durch die Regierung „verbrannt“, unauffällig, derzeit eher kein Neuanfang für die halb–tote Partei.
Denkbar wäre auch ein(e) Junge(r) aus der Partei: Das könnte Sven Hergovich sein, der immer wichtiger werdende Niederösterreich-Chef. Oder aber Michaela Schmidt, die durchaus angesehene Regierungskoordinatorin aus Salzburg. Aber beide sind zu wenig populär, um Wahlen zu gewinnen und um die desaströsen Umfragen zu drehen.
Kommt die „Grande Dame“ Doris Bures?
Deshalb flehen viele in der SPÖ jetzt Doris Bures an, das Selbstmord-Kommando zu übernehmen. Sie ist die von allen respektierte „Grande Dame“ der SPÖ, ausgleichend, professionell, war in Faymann-Zeiten schon mal beliebteste Politikerin, kommt bei den Wählern gut an, bietet wenig Angriffsflächen.
Problem: Sie will „auf keinen Fall“. Doch genau das war oft schon ein Erfolgsrezept in der SPÖ.
Die Überraschung: Wrabetz is back!
Der heißeste Kandidat wird derzeit aber nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert. Er ist die Poker-Karte, die Michael Ludwig in der Schublade hat - und ausgerechnet Polit-Insider Peter Westenthaler hat ihn in „Fellner Live“ verpfiffen:
Alexander Wrabetz, der Ex-ORF-General, könnte der „Rettungspilot“ sein, der zum SPÖ–Chef wird.
Wrabetz ist Zeiler in vielem ähnlich: auch ein Medienmanager (wenn auch „nur“ vom ORF); auch ein von der Regierung unabhängiger Kandidat; auch ein Marketing-Talent, das in Umfragen punkten könnte. Wrabetz ist ähnlich wirtschaftsfreundlich, verfolgt eine ähnliche Politik der Mitte wie Zeiler.
Der Unterschied zwischen Wrabetz und Zeiler ist: Wrabetz ist kein Multimillionär (hat aber eine hohe ORF-Pension), Wrabetz ist viel enger mit Österreich verbunden, kennt (und beherrscht) die Polit-Mafia, ist noch nicht 70 (ohne Rollator😊😊) und kennt jetzt alle Fehler, die Zeiler gemacht hat (heißt: Er wird sie - von „Krone“-Liebe bis fehlendem Social Media - so wie Zeiler wohl nicht mehr machen). Er ist ein begnadeter Netzwerker: Rapid-Präsident (für alle Fussballfans), Symphoniker-Präsident (für die Kultur-Schickeria) und Liebling der Wiener SPÖ – und genau das könnte entscheidend sein.
Denn: Wenn es Sonntag zu keiner klaren Willensbildung bei den SPÖ-Landes–Granden kommt, dann könnte der alles entscheidende Partei-Machthaber Michael Ludwig - verraten mir Insider - die entscheidende Poker–Karte aus der roten Schublade ziehen: den neuen roten Herz-König Alex Wrabetz.
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