Midterms

Trump: Sein "Krampf" um die Macht in den USA

"Midterm"-Wahlkampf biegt in die Zielgerade. US-Präsident kämpft mit Umfrage-Tief wegen Inflation und Iran-Krieg.
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Der "Midterm"-Wahlkampf in den USA biegt in die Zielgerade. Am 3. November – in gut einem Monat – wird über Kongress-Sitze, Gouverneursposten und lokale Ämter abgestimmt. Es ist das wichtigste Polit-Barometer seit Donald Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024. Top-Thema der Wahlschlacht: Trump selbst. Die Wahlen wirken wie ein Referendum über seine Agenda. Und seine Republikaner? In der Defensive.

Umfrage: Nur 29 Prozent hinter Trump

Die Popularität des Präsidenten fiel zuletzt auf Tiefstwerte. In einer Umfrage unterstützten ihn nur noch 29 Prozent der Wähler. Trump hat offenbar viele enttäuscht: Er versprach ein Ende mutwilliger US-Kriege – und tappte in die Iran-Kriegsfalle. Er kündigte ein Ende der Inflation an, doch die Teuerung hält an, besonders wegen des Nahost-Konflikts.

Trump jubelt über Amerikas "Goldenes Zeitalter", doch der "American Dream" wirkt immer unerreichbarer. Sein zunehmend autoritäres Auftreten mit Presse-Verboten und Propaganda-Videos, seine protzige Bauwut in Washington – Triumphbogen, Mega-Ballsaal – sowie massive Korruptionsvorwürfe verärgern besonders Wechselwähler. Kritiker sehen einen MAGA-Möchtegernkönig.

US-Präsident Donald Trump

Trumps Motto: Volle Kraft voraus

Auch Warnungen vor einer "unkontrollierbaren" KI schlägt Trump in den Wind. Sein Motto: volle Kraft voraus. Nach einem Lunch mit Amerikas größten Tech-Titanen im Weißen Haus verkündete er, die Branche solle sich einfach selbst regulieren. Sogar die verhassten Rechenzentren verteidigte er und nannte sie "wunderschön".

Trump stürzt sich voll in den Wahlkampf. Doch er zieht seine Partei eher nach unten: Bei der Parteipräferenz liegen die Demokraten in Umfragen rund acht Prozentpunkte vorne. Trumps Partei könnte von einer "blauen Welle" – Blau ist die Parteifarbe der Demokraten – aus der Macht gespült werden. Die Chancen auf einen Demokraten-Sieg im Repräsentantenhaus werden auf fast 80 Prozent taxiert, im Senat auf 54 Prozent. Selbst in Wahlbezirken, die Trump 2024 mit mehr als 15 Prozentpunkten Vorsprung gewann, sind Republikaner angreifbar.

Texas könnte an Demokraten gehen

Der Aufsteiger James Talarico sucht in Texas die Sensation: Bei einem Sieg wäre er der erste demokratische Senator aus dem "Lone Star State" seit 1988. Auch in sonstigen "Home Run"-Staaten wie North Carolina, Alaska, Iowa oder Ohio sind die Konservativen unter Druck.

Die Stimmung in der Partei ist am Tiefpunkt. Immer mehr Kandidaten rücken öffentlich von Trump ab. Und der scheint, fast mit diebischer Freude, bei heiklen Themen wie Krieg und Handel unbeirrt an seinem Kurs festzuhalten.

Mamdani
New Yorks Bürgermeister Mamdani © APA/AFP/LEONARDO MUNOZ

Demokraten stehen sich selbst im Weg

Die Demokraten schnuppern Morgenluft – nach fast zwei Jahren umfassender Trump-Macht. Doch sie könnten sich wieder selbst im Weg stehen: Der Aufstieg weit linker, sozialistischer Kandidaten verschreckt moderate Wähler und bietet Trump & Co. Wahlkampfmunition für Warnungen vor einem "Kommunisten-Aufstieg in Amerika".

Mitglieder der "Democratic Socialists of America" (DSA), mit New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und Senatorin Alexandria Ocasio-Cortez als prominenteste Stimmen, verwässern die Demokratenstrategie mit Neben-Themen wie Gaza oder einer Rückkehr verrückter Woke-Ideen.

Fest steht: Gewinnt die Opposition, drohen Trump ein massiver Machtverlust und eine Welle neuer Kongress-Untersuchungen. Gelassen dürfte er darauf kaum reagieren.

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